Sudan: Hilfe für Vertriebene in Darfur
Flüchtlinge in Darfur
Foto: terre des hommes
Die bewaffneten Auseinandersetzungen in der sudanesischen Provinz Darfur haben bereits zwischen 180.000 und 300.000 Menschen das Leben gekostet und etwa zwei Millionen aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Seit Februar 2003 machen Überfälle arabischer Milizen auf schwarzafrikanische Dörfer, Aufstände oppositioneller Rebellengruppen und militärische Angriffe der sudanesischen Zentralregierung den Menschen in der Region das Leben zur Hölle. Waffenstillstandsverhandlungen haben bisher nicht zum Erfolg geführt, und trotz Stationierung von Eingreiftruppen der Afrikanischen Union (AU) kommt es immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Seit Mai 2005 hat der malische AU-Kommissar Alpha Oumar Konaré 139 Waffenstillstandsbrüche durch Armee, Rebellen und diverse Milizen gezählt.
Etwa 40 Prozent der vertriebenen Zivilisten sind in die Auffanglager in West Darfur geflohen, viele sammeln sich im Verwaltungsbezirk El Geneina. Hier liegen auch die beiden Flüchtlingslager, in denen unser Projektpartner terre des hommes Lausanne arbeitet und für die wir Sie um Ihre Spende bitten: das Al Riyad Camp, wo etwa 15.000 Menschen leben, und das Ardamata Camp, wo schätzungsweise 27.000 Kinder, Frauen und Männer unterbracht sind.
Das Leben in den Lagern bedeutet für die Vertriebenen eine enorme Belastung. Vielfach krank, ausgehungert und traumatisiert müssen Familien auf engstem Raum in staubigen Verschlägen existieren; eine Extremsituation, in der es zwangsläufig auch zu Konflikten untereinander kommt. Besonders schutzlos sind die Kinder dieser Situation ausgeliefert: Sie haben oft schreckliche Erfahrungen von Gewalt und Verlust, Vertreibung, Hunger und Tod machen müssen.
Das Hilfsprogramm
Flüchtlingslager in Darfur
Foto: terre des hommes
Das Kinderhilfswerk terre des hommes Deutschland e.V. bittet um Spenden für ein Hilfsprogramm der Schweizer Stiftung terre des hommes in Lausanne. Diese Partnerorganisation hat umfangreiche Erfahrungen mit Soforthilfeprojekten in Krisen- und Katastrophengebieten.
In den beiden Flüchtlingslagern Al Riyad und Ardamata konzentriert sie sich auf drei Bereiche:
- Koordinierung der humanitären Hilfe: Bei wöchentlichen Treffen der im Lager arbeitenden Organisationen werden neue Entwicklungen und aufgetretene Probleme diskutiert und es wird nach Lösungen gesucht. Auch Diskussionsrunden von Vertretern der Binnenflüchtlinge, Müttergruppen und Vätergruppen werden initiiert, um die Bedürfnisse der Menschen und insbesondere der Kinder richtig einschätzen und – wenn möglich – befriedigen zu können. Ein kleines Büro und fünf ständig anwesende Sozialarbeiter pro Camp sind Anlaufstelle für die Flüchtlinge und geben ihnen das Gefühl, mit ihren existenziellen Problemen nicht allein gelassen zu werden. Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen werden dokumentiert und an die zuständigen UN-Organisatinen weritergeleitet, den Opfern wird Hilfe angeboten.
- Instandhaltung der Unterkünfte: Besonders vor der Regenzeit wird an die bedürftigen Familien Baumaterial verteilt, damit notwendige Reparaturen der Unterkünfte ausgeführt werden können. Die Familien werden angeleitet, wie sie ihre Unterkünfte am besten instandhalten und reparieren können. Für unvorhergesehene Notfälle wie zum Beispiel Feuer oder größere neue Flüchtlingsbewegungen ist ein Vorrat an Baumaterial angeschafft worden.
- Psychosoziale Betreuung von Kindern: In den beiden Lagern werden etwa 2000 Kinder und ihre Familien betreut, damit sie ihre traumatischen Erlebnisse besser verarbeiten können. Es gibt 18 Zentren, in denen Ehrenamtliche aus der Flüchtlingsgemeinschaft, die ständig weiter gebildet werden, mit den Mädchen und Jungen spielen und versuchen, ihnen die Angst zu nehmen. Dabei werden auch jene Kinder erkannt, die weiter gehende Hilfe benötigen. Sport- und Freizeitaktivitäten sowie Bildungsangebote – zum Beispiel über Gesundheitsvorsorge – werden organisiert. Außerdem wird versucht, die Kinder im Lager vor Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung, Verwahrlosung oder Rekrutierung durch bewaffnete Milizen zu schützen. Die Familien werden zu Gesprächsrunden animiert, bei denen sie über ihre Wünsche und Probleme und die Bedürfnisse der Kinder sprechen. Auf diese Weise wird versucht, den Verlust der familiären und sozialen Netze zumindest teilweise zu ersetzen.
Die Laufzeit des Programms ist zunächst bis zum November 2006 vorgesehen.
Spenden
terre des hommes bittet um Spenden für die Soforthilfe in Darfur:
Kontonummer 700 800 700,
Stichwort »Sudan«,
Volksbank Osnabrück eG
BLZ 265 900 25
Es besteht auch die Möglichkeit der Online-Spende.
Links zur weiteren Information