Schätzungen zufolge sind mehr als 90.000 Haitianer aus verschiedenen Landesteilen in den Süden geflüchtet. In einigen Gemeinden hat sich die Bevölkerung geradezu verdoppelt. Fast alle Flüchtlinge finden nun bei Verwandten Unterschlupf. Das allerdings stellt viele Familien vor große Probleme: Es gibt zu wenig Nahrung, zu wenig Wasser, zu wenig Wohnraum und die hygienischen Verhältnisse sind nicht darauf ausgerichtet.
terre des hommes verteilt an diese Familien Zelte, Decken und Hygiene-Artikel. Außerdem sind Latrinen und Brunnenkonstruktionen aufgebaut, um auf die steigende Bevölkerungszahl zu reagieren.
Schutz von Kindern
Besonderes Augenmerk wird auf die Versorgung von Kindern gelegt. Mobile Kliniken sind errichtet, um akut mangelernährte Kinder zu finden und zu behandeln. Außerdem werden Kinder, die wegen des Erdbebens aus ihrer Heimat flüchten mussten, psychologisch betreut. terre des hommes hat zwei Spezialisten geschickt, die das Team im Bereich Ernährung und Gesundheit und psychosoziale Betreuung verstärken.
Außerdem besteht eine enge Kooperation mit der haitianischen Adoptionsbehörde, um vorschnelle Adoptionen und Kinderhandel zu verhindern.
Langfristige Hilfe
Drei Wochen nach dem Erdbeben läuft die akute medizinische Notfallhilfe langsam aus. Insgesamt sind mehr als 1.000 Verletzte in den Süden des Landes gekommen, um sich hier versorgen zu lassen. terre des hommes sieht vor, in einer nächsten Phase, die auf ein Jahr angelegt ist, humanitäre Hilfe in den Kommunen Les Cayes, Camp Perrin, Chantal et Arniquet zu leisten. In diesen Gemeinden arbeitet terre des hommes seit mehreren Jahren. Auch die psychosoziale Betreuung von Erdbebenopfern soll ausgebaut werden.
Bericht von:
Fanny Mraz
Terre des hommes Lausanne
Les Cayes (Haiti)