Osnabrück, 09.12.2009 - Zum Internationalen Tag der Menschenrechte macht das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes auf die massive Verletzung von Kinderrechten in Indien aufmerksam. Eine Studie über die Arbeitsbedingungen in Steinbrüchen im indischen Bundesstaat Rajasthan belegt massive Verstöße gegen grundlegende Arbeitsrechte und Umweltstandards und ergab Hinweise auf Kinderhandel und Schuldknechtschaft. Marmor, Sandstein und Granite aus Rajasthan werden weltweit exportiert, so auch nach Deutschland. »In der Verantwortung ist nicht nur die indische Regierung, sondern auch der internationale Handel und der Verbraucher«, sagte Barbara Küppers, Kinderarbeitsexpertin von terre des hommes. Insbesondere die öffentliche Hand sei gefragt, bei der Beschaffung von Natursteinen die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards sicherzustellen.
»Unsere Studie hat ergeben, dass Steinbrucharbeiter wegen der sehr harten körperlichen Arbeit und des Fehlens jeglichen Schutzes nur eine Lebenserwartung von 35 bis 40 Jahren haben. Sie sterben an Staublunge oder bei Arbeitsunfällen«, so Barbara Küppers. Steinbrucharbeiter und ihre Familien leben häufig in elenden Hütten neben den Brüchen und haben weder Zugang zu sauberem Trinkwasser noch zu Gesundheitsversorgung, die Kinder besuchen keine Schule.
Die indischen Gesetze verbieten Kinderarbeit in Steinbrüchen, grundlegender Arbeitsschutz und Mindestlöhne sind vorgesehen. Allerdings halten sich sehr viele Steinbruchbetreiber nicht an die Gesetze und Vorschriften. Über 90 Prozent der Steinbrüche in Rajasthan sind Kleinbetriebe, die kaum kontrolliert werden. Illegale Brüche und die Ablagerung von Stäuben und Schlämmen in Wäldern und auf fruchtbaren Äckern zerstören die Umwelt.
terre des hommes sorgt gemeinsam mit indischen Partnerorganisationen dafür, dass die geltenden Gesetze eingehalten und Kinder von Steinbrucharbeitern eingeschult werden.
terre des hommes fordert den Steinhandel in Deutschland auf, Sozial- und Umweltstandards mit ihren Zulieferern zu verankern und sich an Sozialsiegeln und Standardinitiativen zu beteiligen.
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