
Osnabrück, 14.01.2005 - Die Bundesregierung soll gegenüber der indonesischen Regierung darauf drängen, die Flutopfer in der Provinz Aceh nicht in großen zentralen Auffanglagern unterzubringen. Nach Informationen von Partnerorganisationen der Mitglieder des Bündnisses „Gemeinsam für Menschen in Not – Entwicklung hilft“ in Indonesien plant die indonesische Regierung alleine für die Region Banda Aceh drei große Camps für 100.000 Menschen, die dort bis zum Wiederaufbau der zerstörten Städte und Dörfer untergebracht werden sollen.
»Das Anlegen der großen Lager ist Teil der Strategie des indonesischen Militärs, die Kontrolle über die Zivilbevölkerung in Banda Aceh aufrechtzuerhalten Die Wiederaufbauhilfe in der Region wird so mit der indonesischen Strategie verknüpft, die Gewalt über die Menschen in der Region zu sichern«, erklärte Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes.
Anstatt große Lager zu errichten, müssten die Betroffenen in kleineren Übergangslagern in der Nähe ihrer alten Dörfer untergebracht werden. Die Menschen könnten dann direkt beim Wiederaufbau der zerstörten Häuser helfen sowie in alle anderen Bemühungen zum Wiederaufbau eingebunden werden. Streitigkeiten aufgrund unklarer Landtitel könnten zudem vor Ort mit den Betroffenen versucht werden zu klären. Außerdem blieben die Menschen in ihrer gewohnten sozialen Umgebung, was vor allem für die Verarbeitung der weit verbreiteten Traumata wichtig ist.
»Wir drängen darauf, dass die Hilfe für die Menschen dezentral organisiert wird und nicht unter der Kontrolle des indonesischen Militärs steht«, so Wolf-Christian Ramm. »Wir bitten die Bundesregierung, sich im Rahmen der großzügig gewährten Hilfszusagen für den Wiederaufbau in Aceh in diesem Sinne für die Menschen einzusetzen.«
V.i.S.d.P.: Michael Kleine, Bündnisvorsitzender
Homepage des Bündnisses: www.entwicklung-hilft.de