Osnabrück, 05.05.2006 - Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes begrüßt den neuen Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO über Kinderarbeit, hält einige Aussagen aber für zu optimistisch. »Von einem Durchbruch und dem tatsächlichen Ende ausbeuterischer Kinderarbeit würden wir erst sprechen, wenn tatsächlich alle Kinder der Welt zumindest in den Genuss von Grundbildung kämen, statt täglich zu schuften«, so Barbara Küppers, terre des hommes-Referentin für Kinderarbeit.
Nach Angaben der ILO ist die Zahl der Kinderarbeiter um elf Prozent auf 217 Millionen Kinder gesunken, Erfolge seien besonders im Kampf gegen die schlimmsten Formen der Ausbeutung, wie Sklaverei, Prostitution und gefährliche Arbeit, erreicht worden. In den letzten Jahren sei die Zahl ausgebeuteter Kinder von 170 Millionen auf 126 Millionen gesunken.
»Leider trifft der Bericht kaum Aussagen über die Ausbeutung von Kindern in den etwa 50 Regionen der Welt, in denen staatliche Strukturen kaum vorhanden sind«, so Küppers. In Kriegs- und Krisengebieten, sowie überall dort, wo weite Teile der Bevölkerung in großem Elend lebten, seien Kinder gegenüber jeglicher Form der Ausbeutung besonders schutzlos.
terre des hommes begrüßt den deutlichen Hinweis der ILO, dass Hilfsprogramme zwar punktuell helfen könnten, für den Erfolg im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit allerdings politische Entscheidungen maßgeblich seien. Dies betreffe insbesondere die Durchsetzung des Rechts auf Grundbildung für alle Kinder weltweit und die Forderung nach menschenwürdiger Beschäftigung für Jugendliche.
»Wir wünschen uns von der ILO stärkere Kooperation mit den vielen nationalen und internationalen Bürgerbewegungen gegen die Ausbeutung von Kindern und eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen selbst«, so Küppers. »Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft die ILO in ihrem Einsatz stärkt.« Besonders Unternehmen und Wirtschaftsverbände könnten wesentlich mehr zur Verwirklichung des Menschenrechts auf Schutz vor Ausbeutung beitragen.
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