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Vertreibung von Kindern verhindern!

Foto: terre des hommes

Sie geraten zwischen die Fronten, fliehen vor dem Krieg, werden aus ihren Heimatdörfern vertrieben - Flüchtlinge im eigenen Land, intern Vertriebene. Sie haben keine Möglichkeit, sich über die Grenze in ein sicheres Land zu retten und suchen deshalb Schutz in Lagern, in den Slums der Großstädte oder in Wäldern.

Auf ihrer Flucht ins Ungewisse sind diese Menschen unzähligen Gefahren ausgesetzt: Plünderungen, Landminen, lange Märsche ohne Essen und Wasser. Viele Familien schaffen es nicht. Eltern werden ermordet, Kinder bleiben allein zurück.

Exakte Angaben über die Gesamtzahl intern Vertriebener existieren nicht. Ihre Zahl wird auf etwa 25 Millionen weltweit geschätzt, unter ihnen sind drei Viertel Kinder und Jugendliche. Sie sind keine homogene Gruppe. Sowohl die Ursachen als auch die Situation der Vertreibung können sehr unterschiedlich sein: kriegerische Auseinandersetzungen, Umweltkatastrophen, Vertreibung als gezieltes Mittel der Verfolgung und Unterdrückung ethnischer Minderheiten.

terre des hommes fordert ein Menschenrecht auf Schutz vor Vertreibung und setzt sich dafür ein, dass die Opfer geschützt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.

Kolumbien: Traum von einem Leben in Frieden

Foto: Dos Mundos

Im Nordwesten Kolumbiens liegt die schwer zugängliche Region Chocó. Mitte der 90er Jahre kämpfte die kolumbianische Armee dort gegen die Guerilla und verübte Massaker an der Bevölkerung. Schutz suchend flohen Kinder, Frauen und Männer in den Urwald. Eine Rückkehr war ausgeschlossen, da Armee und bewaffnete Gruppen das Land rodeten und gewinnbringende Ölpalm-Plantagen anlegten.

Der Vertreibung und dem Landraub trotzend, gründeten die Familien zwei neue Dörfer am Fluss Cacarica. Diese Friedensgemeinden »Esperanza en Dios« (Hoffnung auf Gott) und »Nueva Vida« (Neues Leben) betonen ihre Unabhängigkeit und wollen weder mit dem Militär noch mit der Guerilla kooperieren. Unterstützt werden sie vom terre des hommes-Partner »Justicia y Paz«. Die Menschenrechtsorganisation begleitet die Menschen seit der Vertreibung. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die psychosoziale Betreuung, Ausbildung und Rechtshilfe. Justicia y Paz macht durch Öffentlichkeitsarbeit auf die konkreten Menschenrechtsverletzungen aufmerksam. So ist eine Broschüre mit Zeugnissen und Bildern der Kinder in den Friedensgemeinden entstanden, in der die Menschen am Cacarica ihrem Traum von einem Leben in Frieden Ausdruck verleihen.

terre des hommes unterstützt Justicia y Paz in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 53.000 Euro.

Burma: Der Fluss ist unser Leben

Foto: terre des hommes

Ein internationaler Aktionstag am Fluss Salween: Mehr als 400 Menschen verschiedener ethnischer Gruppen haben sich versammelt, um auf das riesige Staudammprojekt aufmerksam zu machen. Mutig protestieren Frauen, Männer und Kinder gegen die Pläne der burmesischen Regierung, vier große Dämme zu errichten. Das Militär ist sehr präsent in der Region, seit die Pläne zwischen Thailand und Burma unterzeichnet wurden. Die Menschen vor Ort wurden nicht gefragt. Stattdessen sind mittlerweile viele Dörfer zerstört und ihre Bewohner vertrieben. Die Vertreibung der Menschen ist begleitet von Hunger und dem Verlust ihrer Lebensperspektive. Erschreckend ist der Anstieg von Morden, Folter und Vergewaltigungen. Die Hälfte der betroffenen Bevölkerung sind Kinder.

Die Menschen leben am und vom Fluss Salween. Das Wasser garantiert ihr Überleben. Für viele bleibt als einziger Ausweg nur die Flucht in die großen Lager an der thailändischen Grenze. Dort unterstützt sie der terre des hommes-Partner »KESAN« (Karen Environmental and Social Action Network) medizinisch und bietet Schulunterricht für die Kinder. In Workshops informiert KESAN über die Vor- und Nachteile großer Staudammprojekte und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

terre des hommes unterstützt die lokale Nichtregierungsorganisation KESAN seit 2005.

Guatemala: Verbleib der verschollenen Kinder aufklären

Foto: terre des hommes

Felipe war gerade drei Jahre alt, als Soldaten des guatemaltekischen Militärs in sein Dorf kamen, ihn verschleppten und jahrelang in einem Waisenhaus gefangen hielten. Endlich gelang die Flucht und der Wunsch nach Hause zu kommen war riesig groß. Felipe, aufgewachsen mit dem Namen, den seine Entführer ihm gaben, konnte sich weder an sein Heimatdorf noch an seinen eigentlichen Namen erinnern. Eine schmerzliche Odyssee begann.

Etwa 5.000 Kinder gelten in Guatemala als vermisst. Jahre nach Ende des Bürgerkrieges ist das Schicksal vieler Mädchen und Jungen weiter ungeklärt. Die Menschenrechtsorganisation »Dónde están« (Wo sind die Kinder) versucht mit Hilfe von terre des hommes, den Verbleib der verschollenen Kinder aufzuklären. Eine Datenbank wird aufgebaut, in der die Mitarbeiter von Dónde están Profile von Suchenden und von Vermissten speichern. Hier erhält jeder Auskunft bei der eigenen Suche. Ein schwieriges Projekt, da das Militär manchmal ganze Gemeinden auflöste und die Menschen zwangsumsiedelte. Familien wurden auseinandergerissen. Mut machen die kleinen Erfolge bei dem langwierigen Prozess. Wie im Falle von Felipe. Nach 20 Jahren hat er seine Familie und sein Dorf wiedergefunden.

terre des hommes fördert Dónde están mit 39.000 Euro.


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