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Hintergrund zur politischen Situation in Simbabwe

Foto: terre des hommes

Robert Mugabe und seine Führungsclique klammern sich mit allen Mitteln an die Macht. Auch nach der Einbindung von Morgan Tsvangirai als Premierminister in die Regierung scheint die politische Kehrtwende weit entfernt zu sein. Tsvangirai, Chef der oppositionellen MDC (»Bewegung für demokratischen Wandel«) bleibt eng in das Machtkorsett von Mugabe und seinem Regime eingeschnürt. Obwohl der MDC das Finanz- und Gesundheitsministerium mit Ministern aus den eigenen Reihen besetzen konnten, scheint das Aufgabengebiet kaum zu bewältigen zu sein. Erst im April hatte Mugabe die einheimische Währung ausgesetzt – die Inflation war in astronomische Höhen geklettert. Der Zahlungsverkehr läuft nur noch in Devisen. Die Wirtschaft liegt am Boden, Millionen Simbabwer werden in diesem Jahr die Unterstützung durch Nahrungsmittelprogramme von Hilfsorganisationen benötigen.

Ähnlich katastrophal ist die Situation im Gesundheitssektor. Viele Krankenhäuser und Gesundheitsstationen funktionieren nicht mehr, weil weder Medikamente noch eine Grundausstattung vorhanden sind oder aber kein medizinisches Personal da ist. Die Versorgung der Cholera-, HIV- und Malariakranken ist nicht gewährleistet.

Ein Ende der Krise für Afrikas einstige Kornkammer scheint nur ohne den seit 28 Jahre regierenden ehemaligen Befreiungskämpfer möglich. Der konnte die im März und Juni 2008 stattfindenden Wahlen nur durch Schlägertrupps und Wahlfälschung für sich entscheiden. Erst auf internationalen Druck war der 84-jährige bereit, seine Macht mit seinem Herausforderer Morgan Tsvangirai vom oppositionellen MDC zu teilen. Doch die zerstrittenen Parteien konnten sich kaum auf die Verteilung der Ministerposten und die Ernennung der Provinzgouverneure einigen. Dabei braucht das Land dringend einen politischen Neuanfang: Die Arbeitslosenquote liegt bei 80 Prozent. Die wenigen Menschen, die eine Anstellung haben, bekommen keine Gehälter mehr. Vor den Banken bilden sich endlose Schlangen, doch das Geld ist wertlos. »Das ist neu. Noch nie, auch in den ländlichsten Gebieten zu den dunkelsten Stunden des Befreiungskrieges, war es so schlimm, wie es jetzt ist«, wird eine 61-jährige Frau zitiert.

Kein Ende in Sicht?

Dieser Stillstand hat katastrophale Auswirkungen auf die Bevölkerung Simbabwes. Seit Jahren wirtschaftet Robert Mugabe das Land in den Ruin. Mit der Vertreibung der kommerziellen weißen Farmer und der fehlenden Struktur bei der Neubesetzung der freiwerdenden Ländereien brach die Agrarwirtschaft zusammen. Seit Monaten leiden Millionen Simbabwer Hunger. Wer kann, flüchtet über die Grenze in die benachbarten Länder Südafrika, Botswana, Sambia und Mosambik. Internationale Hilfsorganisationen unterstützen die Hungernden so gut es geht, doch nur eine Wende in der Politik kann dem Land dauerhaft wieder zu Stabilität verhelfen.


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