Schwere Kindheit in einem heruntergewirtschafteten Land.
Foto: terre des hommes
In Simbabwe geht es stetig bergab. Die Wirtschaft der ehemaligen »Kornkammer Afrikas« befindet sich im freien Fall, gleichzeitig setzen Mugabe und seine Führungsclique alle Hebel in Bewegung, um an der Macht zu bleiben. Trotz der Beteiligung der oppositionellen Partei »Bewegung für demokratischen Wandel« (MDC) darf bezweifelt werden, dass sich die politische und wirtschaftliche Situation im Land entscheidend verbessern werden. Neben der ökonomisch katastrophalen Lage ist mit dem Ausbruch der Cholera im Spätsommer vergangenen Jahres endgültig das Chaos im Land ausgebrochen. Wer kann, verlässt Simbabwe. Wer bleiben muss, versucht Nahrungsmittel über die Grenzen einzuführen. Doch viele Simbabwer haben dafür kein Geld. Sie hungern. Und sind damit noch anfälliger für die Cholera und andere Krankheiten. Mehr als drei Millionen Menschen sollen inzwischen das Land verlassen haben, ein Großteil Richtung Südafrika. Viele Familien in Simbabwe können nur mit Hilfe dessen überleben, was sie von im Ausland lebenden Verwandten erhalten.
terre des hommes arbeitet seit 1980 mit Partnerorganisationen in Simbabwe. Dort fördert terre des hommes Programme zur Ernährungssicherung, leistet Unterstützung für Kinder und ihre Familien, die von HIV und AIDS betroffen sind und setzt sich mit seinen Partnern gegen sexuellen Missbrauch und Kinderhandel ein.
Trotz schwierigster Umstände leisten die simbabwische Nichtregierungsorganisationen und Initiativen immer noch Beeindruckendes, um die Auswirkungen der Krise für die Menschen zu mildern. terre des hommes will dieses Engagement fördern und seine Partner darin stärken, ihre wichtige Arbeit fortzusetzen.
Hintergrundinformationen
Hintergrund zur politischen Situation in Simbabwe
Robert Mugabe und seine Führungsclique klammern sich mit allen Mitteln an die Macht. Auch nach der Einbindung von Morgan Tsvangirai als Premierminister in die Regierung scheint die politische Kehrtwende weit entfernt zu sein. Tsvangirai, Chef der oppositionellen MDC (»Bewegung für demokratischen Wandel«) bleibt eng in das Machtkorsett von Mugabe und seinem Regime eingeschnürt.
Hintergrund: Vom Muster- zum Elendsstaat
Als der ehemalige Widerstandskämpfer Robert Mugabe 1980 die ersten freien Wahlen im ehemaligen Rhodesien gewann, galt er als Hoffnungsträger. Er trat sein Amt unter dem Leitgedanken »Versöhnung und nationale Einheit« an und schlug einen pragmatischen Kurs ein, der die dominierende Stellung der Weißen in der Wirtschaft zunächst nicht in Frage stellte. Investitionen in Bildung und soziale Dienstleistungen sowie ein vergleichsweise weit entwickelter Industrie- und Landwirtschaftssektor trugen dazu bei, dass sich das Land von seinen Nachbarn positiv abhob und eine regionale Wirtschaftsmacht neben Südafrika wurde.
Chronologie der Krise
Fokus aktuell: Die Wahlen in Simbabwe und die weiteren Entwicklungen
Weitere Informationen und Links
Materialien und Links zu aktuellen Entwicklungen in Simbabwe.
Projekte
Hilfen gegen den Hunger
Für die Menschen im Distrikt Gutu in der südsimbabwischen Provinz Masvingo ist Regen etwas Wunderbares. Doch es gibt selten Anlass, sich darüber zu freuen. Das Gebiet gehört zu den trockensten des Landes, in diesem Jahr gab es sogar eine weitere Dürreperiode. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes leistet terre des hommes Nahrungsmittelhilfe und verbessert die Wasserversorgung.
Neue Wege für Straßenkinder
Sidney Jackson möchte Pilot werden. Nichts Ungewöhnliches für einen 14-Jährigen. Doch für einen Jungen, der mit zehn Jahren der Gewalt seines Elternhauses entflohen ist und auf der Straße durchschlagen musste, ist dieser Traum ein besonderer Ausdruck von Zuversicht. Dieses Selbstvertrauen hat Sydney bei Thuthuka, einem Projekt für Straßenkinder in Bulawayo, entwickeln können.
Unterstützung für ländliche Kooperativen
Gäbe es einen Orden für die erfolgreichste Kleinbäuerin des Distrikts, Maria Sungai wäre eine aussichtsreiche Kandidatin. Auf ihrem kleinen Feld in der Provinz Masvingo, im Süden Simbabwes, wachsen reichlich Tomaten, Kartoffeln und Kovo, ein großblättriges Gemüse, sehr widerstandsfähig und so verbreitet wie hierzulande der Rotkohl. »Dreimal im Jahr kann ich ernten, mehr, als meine Familie braucht. Die Überschüsse kann ich deshalb an Nachbarn verkaufen«, berichtet Maria. Und wie zum Beweis ihrer Geschäftstüchtigkeit holt sie ein abgegriffenes Schreibheft hervor, ordentlich sind darin die Zahlenkolonnen addiert, die den Erfolg ihres kleinen Unternehmens dokumentieren.
Kampf gegen Hunger und die Folgen von AIDS
Für die meisten, Menschen, die im nördlichen Matabeleland, einer ländlichen Region an der Grenze zu Sambia leben, war das Leben nie leicht. Doch in Zeiten wie diesen fehlt nahezu alles: Arbeit, Transportmittel, Dünger und Geräte zur Bestellung der Felder, Medikamente, die Kranken helfen und solche, die das Vieh am Leben erhalten. Und als passe sich die Natur der wirtschaftlichen Krise an, bleibt der Regen aus und lässt aus der mageren Erde mit viel Kalaharisand nur wenig sprießen, was eine Familie satt machen kann.