Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hat einmal gesagt: »Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn der letzte Dollar weg ist.« Was aber bleibt dem, dem der Zugang zu Bildung verwehrt geblieben ist, weil er nicht genügend Dollars hatte?
Ein Teufelskreis, der in vielen armen Ländern Alltag ist: Familien, die mit weniger als zwei Dollar pro Tag und Kopf auskommen müssen, können sich keinen Schulbesuch für ihre Kinder leisten. Statt zur Schule zu gehen, müssen die Kinder arbeiten, um zum Lebensunterhalt beizutragen. Weltweit wachsen hundert Millionen Kinder ohne Schulbildung auf.
Mädchen sind besonders benachteiligt: Oft werden sie im Haushalt und bei der Betreuung der kleineren Geschwister gebraucht. Dabei sind die positiven Auswirkungen von Bildung für Mädchen mehrfach belegt: Mädchen mit Schulbildung heiraten meist später und bekommen weniger Kinder, die sie dann auch besser versorgen können. Der Gesundheits- und Ernährungszustand dieser Frauen ist generell besser, was sich auch auf die Gesundheit ihrer Kinder auswirkt.
Bildung ist ein Schlüsselelement für die Zukunftsperspektive von Menschen: Wer lesen und schreiben gelernt hat, kann nicht nur Preise auf dem Markt lesen, Verträge verstehen und Briefe schreiben, sondern hat auch die Möglichkeit, Neues dazuzulernen.
Jedes Kind sollte daher ein Recht auf Bildung haben, ganz gleich, wo es lebt. In zahlreichen internationalen Übereinkommen wurde dieses Recht festgeschrieben. Die Umsetzung kommt jedoch sehr schleppend voran.
terre des hommes setzt sich dafür ein, dass es nicht bei Absichtserklärungen bleibt, sondern Kinder tatsächlich die Chance bekommen, zu lernen, was sie für ein eigenständiges und erfülltes Leben brauchen. Denn Bildung ist die Grundlage für Erfolg oder Misserfolg im Erwachsenenleben; sie legt das Fundament für die Zukunft von Menschen und Gesellschaften.