»Gesundheit (...) ist der Zustand eines völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens«, so die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Ende der 1970er Jahre in Alma Ata. Das ist nun über 30 Jahre her. Das ehrgeizige Ziel der damaligen Akteure, bis zum Jahr 2000 »Gesundheit für alle« sicherzustellen, wurde verfehlt.
2006 ist die Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag starben, erstmals unter zehn Millionen gesunken. Doch das sind immer noch viel zu viele Kinder, die eigentlich vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten zum Opfer fallen. Dazu gehören Durchfall, Atemwegserkrankungen, Masern, Malaria, Polio, Tuberkulose und Aids.
Weitere Ursachen für die hohe Kindersterblichkeit in den Entwicklungsländern sind verschmutztes Trinkwasser, Mangelernährung und Hunger. Ziel muss es sein, schon für werdende Mütter bessere Gesundheitsbedingungen zu schaffen. Denn wenn Schwangere vor und während der Geburt von Fachpersonal betreut werden, haben auch Neugeborene einen besseren Start ins Leben.
1978 haben die Delegierten der WHO erstmals ein Basisgesundheitskonzept erarbeitet. Diese »Primary Health Care« beinhaltet gesundheits- und ernährungsspezifische Aspekte. Zu einer Basisgesundheitsversorgung gehören zum Beispiel Nahrungsmittelsicherheit, Trinkwasserversorgung und sanitäre Maßnahmen. Außerdem sollten eine bessere Mutter- und Kind-Gesundheitsversorgung, Impfungen und allgemeine präventive Aufgaben zur Bekämpfung der jeweiligen örtlichen Gesundheitsprobleme gewährleistet werden.
Jeder sollte im Rahmen der ökonomischen Möglichkeiten Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung erhalten. Doch dieses Konzept wurde nur in Ansätzen umgesetzt. Gut funktionierende, umfassende Basisgesundheitsversorgung mit einer breiten Mobilisierung für Selbsthilfe und soziale Verbesserung ist selten.