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Kinderarbeit - ein Überblick

Bananenträgerin in Mosambik
Bananenträgerin in Mosambik
Foto: terre des hommes

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind weltweit 327 Millionen Kinder erwerbstätig. Mehr als 210 Millionen Jungen und Mädchen sind nach dieser Statistik Kinderarbeiter, das heißt, diese Kinder arbeiten regelmäßig mehrere Stunden. Unter ihnen sind 126 Millionen Kinder unter 15 Jahren, die unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen schuften. Viele von ihnen schuften wie Sklaven und werden wie eine Ware gehandelt.

In vielen Produkten steckt die Arbeit von Kindern. Kinder schleifen Diamanten, arbeiten in Steinbrüchen und stickigen Fabriken oder schuften auf Plantagen. Der Besuch einer Schule bleibt für viele Kinder ein unerreichbarer Traum.

Krasse Ausbeutung von Kindern und Erwachsenen gibt es schon lange - und in immer neuen Facetten und Ausprägungen. Ziemlich neu aber ist, dass massenhafter Wohlstand neben erbärmlichster Armut steht und dass die einen von den anderen wissen. Und so wächst seit einigen Jahren ein weltweites Netzwerk: Bürgerinitiativen auf der ganzen Welt setzen sich gegen die Ausbeutung von Kindern zur Wehr. Sie eröffnen Schulen, helfen Schuldknechten in die Freiheit, leisten Rechtshilfe, werben für die Einschulung, stärken Kinderarbeiter in ihren Rechten. Allen gemeinsam ist, dass sie gegen Ausbeutung eintreten und die politische Situation in ihren Ländern zum Ausgangspunkt ihrer Strategie machen. Da macht es Sinn, in Indien für das Recht auf Bildung für alle zu pochen, denn die Schulpflicht ist längst noch nicht durchgesetzt. Und es macht Sinn, Arbeit für Kinder nicht pauschal zu verteufeln, wenn sie nicht ausbeuterisch ist: In vielen Ländern und Kulturen wird die Mithilfe der Kinder sehr positiv gesehen. So wachsen sie langsam in ihre Rolle hinein und übernehmen Schritt für Schritt Verantwortung.

Auch in Europa wird - mit unterschiedlichen Strategien - an einem Strang gezogen: Handel und Hilfswerke etablieren Warenzeichen für Produkte ohne Kinderarbeit; Verbraucher fragen nach und greifen zu Alternativen. Unternehmen verpflichten sich und ihre Zulieferer, die grundlegenden Arbeitsrechte einzuhalten. Bereits mehr als 160 Staaten haben die neue Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation Externer Link (ILO) gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit ratifiziert.


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