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Albtraum Kinderhandel

Logo Kampagne Stoppt Kinderhandel

»Heute bin ich Krankenpflegehelferin. Im Oktober habe ich geheiratet und wir erwarten unser erstes Kind. Jetzt werden die Träume meiner Kindheit wahr.« Mit diesen Worten beendete Henriette Akofa ihren Bericht auf der Abschlussveranstaltung der terre des hommes-Kampagne gegen Kinderhandel im Herbst 2004.

Mit 15 Jahren war sie aus ihrer Heimat Togo nach Frankreich verkauft worden. Ohne Kontakt zur Außenwelt musste sie bis zu 20 Stunden täglich als Haushaltshilfe schuften.

Junge in Nicaragua
Junge in Nicaragua
Foto: terre des hommes

So wie Henriette ergeht es jährlich Millionen von Kindern und Jugendlichen. Kinderhandel ist nichts Neues. Aber mit der Globalisierung hat er sich deutlich ausgeweitet.

Mittlerweile engagieren sich aber auch überall auf der Welt Menschen dafür, Eltern und ihre Kinder vor den Gefahren dieses Geschäfts zu warnen und die Opfer aus Ausbeutung oder Misshandlung zu befreien. Kinderhandel ist ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt, Gesetze zum besseren Schutz von Jungen und Mädchen wurden verabschiedet, internationale Organisationen und Regierungen widmen sich verstärkt der Bekämpfung des Kinderhandels, und immer wieder werden Jungen und Mädchen aus ihrem Martyrium befreit.

Doch immer noch ist viel Engagement nötig, um das Geschäft mit den Schwächsten einzudämmen. Bitte unterstützen Sie die Arbeit von terre des hommes im Kampf gegen den Kinderhandel. Denn Kinder sind keine Ware.

Hintergrundinformationen

Ware Kind - vermarktet, ausgebeutet, zerstört
Immer wieder sorgten in den letzten Jahren Schlagzeilen über Fälle von Kinderhandel für Aufmerksamkeit. Sie schildern jedoch keineswegs skandalöse Einzelfälle. Selbst vorsichtige Zahlen deuten an: Das Geschäft mit Jungen und Mädchen ist ein Verbrechen auf Wachstumskurs. Schätzungen internationaler Organisationen zufolge werden mehr als eine Million Kinder jährlich in die Ausbeutung verkauft - als billige Arbeitskräfte, in die Prostitution, als Diebe und Bettelkinder, die mit ihren Einnahmen andere reich machen.
Was ist Kinderhandel?
terre des hommes stützt sich in seiner Definition von Kinderhandel auf eine Formulierung des Büros der Vereinten Nationen zu Drogen und Kriminalitätsbekämpfung (UN Office on Drugs and Crime).
Hintergründe und Ursachen
Die Existenz eines weltweiten Kinderhandels ist auf verschiedene Ursachen und Einflüsse zurückzuführen. Diese wirken oft zusammen und begünstigen die Ausbeutung von Jungen und Mädchen.
Formen und Routen des Kinderhandels
Kinderhandel ist ein weltweites Phänomen, das sowohl innerhalb der einzelnen Länder als auch grenzüberschreitend stattfindet. Mehrheitlich verlaufen die Routen entgegen des Armutsgefälles, also von ärmeren in reichere Länder.
Gesetze und Konventionen
Wichtige allgemeine Internationale Übereinkommen sind die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation. Spezifische Abkommen sind das so genannte »Palermo Protokoll« des UNDOCP gegen das organisierte Verbrechen, sowie das Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der grenzüberschreitenden Adoption (Haager Konvention).
Handeln gegen Kinderhandel
In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein für das florierende Geschäft mit der Ware Kind gewachsen. Doch noch immer unternehmen Regierungen nicht genug gegen diese schlimme Form der Ausbeutung: Internationale Übereinkommen zum Schutz von Kindern werden nur unzureichend umgesetzt, häufig geht es beim scheinbaren Kampf gegen Menschenhandel eigentlich um die Bekämpfung illegaler Migration und damit innenpolitische Interessen.
Was Sie tun können
terre des hommes braucht Ihre Unterstützung. Sie können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Kinderhandel keine Wachstumsbranche bleibt!
Materialien/Links
Umfangreiche Sammlung von Materialien zum Thema Kinderhandel, teilweise kostenlos.

Reportagen/Interviews/Portraits

Reportage: Reise ins Unglück
Als Valérie (Name geändert) bei einer Razzia in einem heruntergekommenen Sexclub in Dortmund von der Polizei entdeckt wird, lebt sie bereits seit einigen Monaten im Ruhrgebiet. Es ist die vierte oder fünfte Station auf einem erzwungenen Weg durch Bars und Bordelle, der über Italien und die Beneluxländer schließlich nach Deutschland führte. Valérie ist 14 und stammt aus Nigeria.
Interview: Die internationalen Organisationen nutzen unsere Armut aus
Elisabeth Patiño kam vom terre des hommes-Projektpartner »Derechos de Niños International« (DNI), bevor sie als Vizeministerin für »Kinder, Jugendliche und ältere Menschen« in die Regierung des Präsidenten Carlos Mesa eintrat. Heute ist sie als stellvertretende Leiterin des Andenbüros von terre des hommes Deutschland in die Welt der Nicht-Regierungsorganisationen zurückgekehrt. Gert Eisenbürger und Peter Strack sprachen Ende 2005 mit ihr.
Portrait: Einsatz für Kinderrechte
»Die letzten Jahre waren sehr anstrengend, es kam wirklich eines zum anderen«, schmunzelt Bharti Ali. »Gerade als wir mit den Initiativen gegen Kinderhandel begannen, bekam ich mein Kind.« Doch die 25-Jährige ist zufrieden: »Trotzdem war es gut, wie alles gelaufen ist. Ich bin glücklich mit der Arbeit und meiner Familie, beides erfüllt mich.«
Interview: Aktiv gegen Kinderhandel
Interview mit terre des hommes-Mitarbeiterin Lea Boaventura, Mosambik

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