Foto: Veit Mette
Ein Leben auf der Straße - für Millionen Kinder ist das tägliche Realität. Um der Chancenlosigkeit zu entkommen, brauchen sie Unterstützung. terre des hommes fördert in Afrika, Asien und Lateinamerika Projekte für Straßenkinder. Die Mädchen und Jungen werden ermutigt, ihr Leben zu ändern, sie bekommen ein Zuhause und werden dabei unterstützt, eine Ausbildung zu machen.
Auch in Deutschland setzt sich terre des hommes für Kinder und Jugendliche ein, die auf der Straße leben - gemeinsam mit dem »Bündnis für Straßenkinder« und Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich.
Mit nur 60 Euro ermöglichen Sie einem Straßenkind den Schulbesuch für ein Jahr. Bitte unterstützen Sie unsere Projekte für Straßenkinder.
Aktuell
Kinospot »Straßenkinder«
Auch bei uns leben tausende Kinder und Jugendliche auf der Straße. terre des hommes setzt sich für sie ein - gemeinsam mit dem Bündnis für Straßenkinder in Deutschland!
20. November: Straßenkind für einen Tag
Zum 20. November, dem Tag der Kinderrechte, findet der Aktionstag »Straßenkind für einen Tag« statt. Die Aktion bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich für Straßenkinder in aller Welt zu engagieren. Deutschlandweit schlüpfen Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Straßenkindern. Sie putzen Schuhe, verkaufen selbst gebastelte Dinge oder machen Straßenmusik. Mitmachen kann jeder!
Hintergrundinformationen
Straßenkinder: Ein Überblick
Wer abends durch das Zentrum von Ho-Chi-Minh-Stadt schlendert, trifft unwillkürlich auf die Gewinner und Verlierer der neuen Marktwirtschaft in Vietnam. Lachend kreisen die Mittelstands-Kids in einem nicht enden wollenden Mofa-Korso umher. Nur wenige Meter entfernt von diesem lauten Schaufahren betteln dürre Gestalten und bieten ihre Dienste als Schuhputzer, Handlanger oder Gepäckträger an. Straßenkinder werden sie genannt. Sie leben auf und von der Straße, wühlen in Abfällen und sind unterernährt. Zu lachen haben sie nichts. Statt Liebe und Geborgenheit erfahren sie meist Ablehnung und Gewalt.
Straßenkinder: Definition eines Phänomens
Sie betteln, um satt zu werden. Sie schlafen auf Gehsteigen oder in großen Pappkartons. Sie werden verachtet, verjagt - und weil sie in einigen Ländern als öffentliches Ärgernis angesehen werden, sogar brutal ermordet. Straßenkinder haben kein normales Zuhause. Sie haben es als Folge von kriegerischen und gewaltsamen Auseinandersetzungen verloren - oder aber sie sind selbst abgehauen, weil sie die Schläge und die Not nicht mehr ertragen konnten. Und unter ihnen sind auch Drei- bis Zehnjährige, die von ihren Eltern verlassen wurden.
Straßenkinder: Daten und Fakten
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit rund 33 Millionen Kinder auf der Straße. Sie leben von der Hand in den Mund, halten sich mit legalen und illegalen Tätigkeiten über Wasser. Um sich im Umfeld »Straße« behaupten zu können, übernehmen die Kinder oft auch die Verhaltensweisen von Erwachsenen aus dem Straßenmilieu: Sie »organisieren« Geld durch gewaltsamen Diebstahl, Prostitution und Drogenhandel. Straßenkinder sind dadurch extremen Risiken ausgesetzt, viele von ihnen sind selbst drogenabhängig. Die Problemlage von Straßenkindern ist damit anders gelagert als von Kindern, die in Absprache mit ihren Familien auf der Straße arbeiten.
Straßenkinder - Ein historischer Rückblick
London 1870: 30.000 Kinder vagabundierten in den Straßen der Hauptstadt Großbritanniens. Nach heutiger Definition: Straßenkinder. Damals wurden die überwiegend unehelichen Kinder ausgesetzt. Mit der Auflösung der Agrargesellschaft und der Abwanderung der Landlosen und entwurzelten Bauernsöhne in die Städte schwand die Integrationskraft der Großfamilie. Heute hat sich der Fokus verlagert. Jedes zweite Straßenkind lebt in Lateinamerika. Aber auch dort gab es zu Beginn des 19. Jahrhunderts schon verlassene Minderjährige. Um 1850 wurden französische Besucher in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá auf sie aufmerksam - und tauften sie, ihren Pariser Vorbildern entsprechend, gamin.
Foto: Marianne Müller
Bündnis für Straßenkinder in Deutschland
Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich als Botschafterin des Bündnisses
Auch in Deutschland gibt es schätzungsweise 9.000 Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben. Gemeinsam mit dem Volkswagen Konzernbetriebsrat unterstützt terre des hommes Straßenkinder-Projekte und unterstützt das »Bündnis für Straßenkinder in Deutschland«. Die mehrfache Boxweltmeisterin Regina Halmich ist Botschafterin des Bündnisses.
Fragen und Antworten
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Straßenkinder.
Materialien und Links
Ausgewählte Materialien und Links zum Thema Straßenkinder.
Reportagen/Interviews/Portraits
Kein Vertrauen in Erwachsene: Pendler, Wegläufer und Straßenkinder in Deutschland
Julia verlässt morgens um halb acht die elterliche Wohnung, um zur Schule zu gehen. Nach der Schule geht sie direkt zu einem Treff hinter dem Hauptbahnhof. So machen es fast alle in der Szene, die sich dort trifft. Am Wochenende schläft Julia bei ihrer Freundin. Die hat ein eigenes Zimmer im Kellergeschoss des elterlichen Hauses. Die Samstagnacht verbringen beide bis zum Morgen in der Disco. Sonntagabend kehrt Julia zu den Eltern zurück, um - ziemlich verkatert - am Montag wieder zur Schule zu gehen.
»Sie behandeln uns wie Tiere«
Ein Interview mit Straßenkindern in Manila
Jimmy, 16, und Joseph, 21, leben seit vielen Jahren in Manila im Ausgehviertel Malate auf der Straße. Sie hungern, prostituieren sich, benebeln sich mit Drogen. Die Projektmitarbeiter von Bahay Tuluyan zählen sie zu den »hard cores«, den harten Fällen. Sie werden nur schwer von Projekten erreicht und haben schon diverse Zentren und Programme durchlaufen, um dann wieder auf die Straße zurückzukehren.
Filmtipp: Beautiful Bitch
Ein Film über das Leben eines Straßenkindes
Beautiful Bitch erzählt die Geschichte der 15jährigen Bica genannt Bitch (Katharina Derr), die auf den Straßen von Bukarest lebt. Angelockt von den Versprechungen des ehemaligen Polizisten Cristu (Patrick von Blume) folgt sie ihm nach Düsseldorf, um dort, über einen organisierten Taschendiebring, das nötige Geld für sich und ihren kleinen Bruder zu verdienen. Der Film startete am 14. August 2008 in den deutschen Kinos.