Was ist ein gutes Leben? Was ist Fortschritt? Viele Jahre lang haben Modernisierer und Entwicklungsexperten für sich in Anspruch genommen, dies zu wissen und versucht, das westliche Entwicklungsmodell mit Investitionen und Projekten über die Erde zu verbreiten. Doch immer mehr Menschen fordern das Recht ein, ihre Bedürfnisse selbst zu benennen und ihre »Entwicklung« selbst zu bestimmen.
Die natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten reichen ohnehin nicht dafür aus, dass alle Menschen den im Westen vorherrschenden Lebensstil übernehmen könnten. Eine zukunftsfähige Entwicklung muss aber mit Gerechtigkeit vereinbar sein und die Geschenke der Natur erhalten und bewahren. »Our Rivers, Our Life – Kinder schützen ihre Flüsse« ist ein aktueller Aktionsschwerpunkt bei terre des hommes, der sich gegen die Zerstörung von Flüssen und Quellen durch industrielle Großprojekte wendet und deutlich macht, dass Umweltschutz für Armutsbekämpfung eine zentrale Voraussetzung ist.
Auch in der Landwirtschaft ist die biologische Vielfalt im Modernisierungsprozess stark reduziert worden. Dass Hochleistungssorten oft nicht an lokale Bedingungen angepasst sind, Böden erodieren und die Nahrungsmittelversorgung bedroht ist, merken viele Bauern erst zu spät.
Transportiert wird die globale Angleichung von Lebensstilen auch über Schulen, die Kinder doch auf die Zukunft vorbereiten sollen. terre des hommes-Partner setzen sich deshalb für eine interkulturelle Bildung ein, in der Kinder lernen, kulturelle und biologische Vielfalt als unverzichtbaren Reichtum dieser Welt zu erkennen, und wo sie lernen, Konflikte im wechselseitigen Respekt zu lösen.