Sie befinden sich hier: Home  » Themen und Projekte  » Schwerpunktthemen  » Globalisierung und Vielfalt  » Projekte zum Thema
Druckversion dieser Seite aufrufen An das Seitenende springen

Projekte zum Thema Globalisierung und Vielfalt

Nachfolgend stellen wir Ihnen ausgewählte Projekte zum Thema kulturelle Vielfalt vor, die terre des hommes unterstützt.

Globalisierung und Vielfalt

Guatemala: Das Gold der Sierra Madre
Die Sierra Madre im Südwesten Guatemalas ist Siedlungsgebiet der Maya-Ethnie der Mam. In der unwirtlichen, kargen Landschaft kultivieren die Menschen auf winzigen Parzellen Mais, Bohnen, Obst und Kleinvieh. Die Region ist arm. Der Staat hat sich nie weiter dafür interessiert - bis in den 90er Jahren lukrative Goldvorkommen entdeckt wurden. Bis zum Beginn der Grabungen ahnten die Mam nicht, dass in ihrem Gebiet die Förderung von Gold vorgesehen war. Weder waren sie informiert, noch gefragt worden.
Namibia: Die verrückten Götter der Globalisierung
»Die Götter müssen verrückt sein«, denkt sich Xixo in dem gleichnamigen botswanischen Spielfilm, der uns auf sympathische Weise die Kultur der San oder Buschleute im südlichen Afrika nahe bringt. Sie geraten durch das Eindringen der so genannten westlichen Zivilisation in Bedrängnis. Weit unvermeidlicher als bei Xixo hat die Moderne auch die San-Dörfer Sonneblom und Donkebos in der Kalahari-Steppe im Osten Namibias erreicht.

Projekte der Kampagne «Our Rivers - Our Life«

Anden: Das gemeinsame Haus der Erde bewahren
Die Stärkung andiner Agrarkultur ist seit vielen Jahren ein Schwerpunkt der Projektunterstützung von terre des hommes in vielen Gemeinden der Andenregion. Die Wiedergewinnung traditionellen Wissens und die Pflege der bioligischen und kulturellen Vielfalt trägt dazu bei, auch unter klimatisch extremen Bedingungen die Ernährungsgrundlage der Kleinbauernfamilien zu sichern. Immer wieder erfuhren Projektpartner und Gemeinden, wie fruchtbar der Erfahrungsaustausch über die Dorf- oder auch Landesgrenzen hinaus ist. Dieser Austausch steht im Mittelpunkt des Ende 2007 gestarteten und von terre des hommes zunächst für ein Jahr bewilligten Projektes »Titikaka«.
Burma: VerDAMMt in Burma
Er ist der längste noch frei fließende Fluss in ganz Südostasien, und ginge es nach den Menschen, die an seinen Ufern und von seinen Fischen leben, sollte er das auch bleiben: Der Salween entspringt in Tibet und durchfließt auf seinem 2.400 Kilometer langen Weg zur Adaman-See China, das thailändisch-burmesische Grenzgebiet und verschiedene Bundesstaaten Burmas. Seine Tage als ungebändigtes Gewässer sind jedoch gezählt: Vier große Dämme sollen gebaut werden und über 12.500 Megawatt Strom erzeugen.
Kolumbien: Von der Monokultur zur Vielfalt
Santa Rita ist ein malerisch gelegener Ort im Munizip La Vega, im Herzen des zentralen Bergmassives von Kolumbien. Auf die Wand des bescheidenen Hauses des Lehrers Willington haben Paramilitärs Propaganda gepinselt. Wie sehr die scheinbare Idylle zum Objekt wirtschaftlicher Interessen geworden ist, ahnt man spätestens, wenn Willington davon erzählt, dass die internationalen Fischbestände im Pazifik von den Nährstoffen des hiesigen Patia-Fluss-Systems abhängen. Insbesondere Japans Fischereiwirtschaft sei um die Gefährdung des ökologischen Gleichgewichts durch Abholzungen besorgt.
Vietnam: Der hohe Preis des Aufschwungs
Chot gehört zu jenen Fischern, die alles verloren, als im Jahr 2002 mehr als 200 Tonnen Fisch im Dongnai River an Industrieabfällen starben. »Keine der dafür verantwortlichen Fabriken wurde bisher stillgelegt«, stellt er resigniert fest. »Der Fluss wird immer noch als Abfalleimer benutzt.«

Artenvielfalt und Ernährung

Peru: Dorfschule und Internet-Café
Die Kinder der Dorfschule am Titicacasee sind sich einig: Der Besuch im Internet-Café des Nachbarstädtchens war viel zu schnell vorüber. Anfangs schien der Umgang mit Maus und Tastatur noch schwer, doch schneller als jeder Erwachsene lernten die Kinder sich in der virtuellen Welt zurechtzufinden. Besonders neugierig machte sie eine interaktive CD, auf der die zahlreichen Kartoffelsorten in der Region zu sehen waren. So erfuhren die Mädchen und Jungen auf spielerische Weise, wie spannend das Thema biologische Vielfalt sein kann.
Peru: Mit Artenvielfalt zu einer exquisiten Ernährung
Huaraz, mehrere Stunden Busfahrt nördlich der peruanischen Hauptstadt Lima in einem Tal gelegen, das von den Vulkanen der Weißen Kordillere gesäumt wird, ist eine kleinbäuerlich geprägte Gebirgsgregion. Viele Jahrzehnte hatten Entwicklungsprojekte im Namen der Überwindung der Armut durch Produktionssteigerung in der Landwirtschaft Hochertragssorten eingeführt. Die traditionelle Vielfalt lokaler Kartoffel oder Maissorten wurde von Monokulturen verdrängt, die Böden verloren an Fruchtbarkeit.

Interkulturelle Bildung

Bolivien: El Taipy und die Brücke zur Welt
»Die Kinder lernen wesentlich leichter«, beobachten die Mitarbeiter von El Taipy. Die vom Kulturzentrum El Taipy unterstützten Schulen wollen sich deutlich absetzen. Denn in anderen Schulen ist das Lehrpersonal häufig weniger flexibel und kaum motiviert, neue Methoden anzuwenden. Zwar wird vielerorts zweisprachig unterrichtet, aber ein ganzheitliches Konzept ist nicht zu erkennen. Meistens wird veraltetes Schulbuchwissen vermittelt, Wert auf Auswendiglernen gelegt und der Alltag der Kinder ignoriert.
Deutschland: Verschiedene Herkunft - gemeinsame Zukunft
Es ist noch früh am Morgen. In der Kindertagesstätte (KiTa) in der Wiesbadener Adlerstraße sitzen Kinder ruhig in einem Stuhlkreis und reichen den »Erzählstein« herum. Jedes Kind, das den kleinen Stein in der Hand hält, muss erzählen, was es heute gerne machen möchte. Jetzt ist Noah an der Reihe. Der Fünfjährige möchte heute am liebsten in den Turnraum. Nachdem sich weitere Kinder dafür gemeldet haben, begleitet sie eine Erzieherin in den Raum, in dem die Kinder turnen und toben können. Eine andere Gruppe geht in den Igel-Raum, um zu basteln und zu malen, während der Bären-Raum für Theater spielen oder Geschichten lesen vorgesehen ist.
Indonesien: Stundenplan der Selbstbehauptung
Eine Schule inmitten des indonesischen Urwaldes. Ein Stamm, der seine Kinder lernen lässt, damit sie nicht ausgenutzt werden. Und ein Unterricht, der dem Gespür für den richtigen Zeitpunkt folgt. terre des hommes-Mitarbeiter Albert Recknagel hat die »Orang Rimba« besucht und dabei die Faszination der Andersartigkeit erfahren.
Kolumbien: Ein wenig Heimat
Las Colinas, »Die Hügel«, heißt ein Armenviertel am südlichen Rand der kolumbianischen Tropenstadt Cali. An steilen Hängen kleben unzählige Hütten an- und übereinander. Zehn Quadratmeter hat Doña Dora zum Wohnen, weitere acht Quadratmeter vor der Tür, direkt an einem Abgrund. Einziger Schutz, damit ihre spielenden Kinder nicht herunterfallen, sind ein Hühnerkäfig - und zur Hälfte aufgeschnittene Plastikkanister, die mit Erde gefüllt sind.
Peru: Die Vielfalt entdecken
Die zwölfjährige Marthita geht wieder gern zur Schule: »Der Unterricht macht viel mehr Spaß, seit wir unsere eigene Sprache sprechen dürfen, und wir lernen interessante Dinge über unser Land und unsere Vorfahren.« Das ist nicht selbstverständlich für indianischen Kinder in den peruanischen Anden: Sie leiden häufig nicht nur unter schweren Kinderkrankheiten und dauerhafter Fehlernährung, sondern auch unter einem Schulunterricht, der keinerlei Rücksicht auf ihre Sprache und die Kultur der indianischen Bevölkerung nimmt.
Vietnam: Schulen für Muong Lat
Sus Blick schweift über das große Loch im Strohdach. Nach zwei Stunden Fußweg sitzt sie endlich in ihrer Klasse. Auch die anderen Kinder blicken noch müde auf endlose Buchstabenreihen, die der Lehrer gerade an die Tafel schreibt. Einige Schulbänke sind heute leer geblieben. Schulalltag in dem Distrikt Muong Lat, eine der ärmsten Gegenden in der vietnamesischen Provinz Thanh Hoa.

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende!
Druckversion dieser Seite aufrufen An das Seitenende springen


Copyright 2009 terre des hommes Deutschland e.V.
Impressum - Kontakt
 
RSS-Feeds abonnieren