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Wasser bedeutet Leben

Intakte Gewässer sind von unverzichtbarem Wert - überall auf der Welt
Kinder beim Wasserholen
Indische Kinder beim Wasserholen
Foto: Heinz Wüppen

»Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser«, schrieb der griechische Philosoph Thales von Milet, »denn Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück.« Die Erkenntnis, dass Wasser Leben stiftet und ein Leben ohne Wasser nicht möglich ist, ist simpel. Trotzdem scheint sie in den modernen Industriegesellschaften in Vergessenheit geraten zu sein. Fließend warmes und kaltes Wasser ist uns selbstverständlich geworden, genau so wie ein funktionierendes Abwassersystem.

Für 1,1 Milliarden Menschen auf der Welt ist der Zugang zu Wasser alles andere als selbstverständlich .- fast ein Fünftel der Weltbevölkerung verfügt nach Angaben der UN nicht über ausreichend sauberes Trinkwasser. Sie holen es aus Brunnen, Bächen, Flüssen und Seen. Werden diese Quellen verschmutzt oder durch Übernutzung ausgetrocknet, bedeutet dies für sie eine existenzielle Bedrohung. Etwa 1,6 Millionen Kinder sterben jährlich an Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden. Aber selbst wenn sie nicht daraus trinken, können Menschen durch schadstoffbelastete oder verschmutzte Gewässer ihre Lebensgrundlage und manchmal auch ihr Leben verlieren. Wird ein Fluss kanalisiert und begradigt oder werden Staudämme zur Stromgewinnung gebaut, hat das Auswirkungen auf Fließgeschwindigkeit und Wasserstand, aber auch auf die Qualität des Wassers. Die Artenvielfalt im Fluss und entlang des Flusses wird reduziert und die natürlichen Überschwemmungsgebiete fehlen. Hochwasserwellen bleiben ungebremst und rauschen mit einem Vielfachen ihrer früheren Geschwindigkeit und Intensität flussabwärts.

Fast zwei Milliarden Menschen waren in den 1990er Jahren weltweit von Naturkatastrophen betroffen - in 86 Prozent der Fälle Überschwemmungen oder Dürren. Umweltorganisationen betonen, dass solche Katastrophen oft von Menschen verschuldet sind. Oft sind es traditionell lebende Menschen, Fischer und Bauern, die besonders unter Eingriffen in die Natur leiden. In der westlichen Welt mag die existenzielle Wichtigkeit von Wasser in den Hintergrund getreten sein - in den so genannten Entwicklungsländern tritt sie dagegen umso deutlicher zu Tage.


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