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Vietnam: Hilfe für unterernährte Kinder

Baby wird gefüttert
CROM: Hilfe für unterernährte Kinder
Foto: terre des hommes

Ab acht Uhr morgens ist Sprechstunde im CROM: Draußen auf den Bänken im Schatten sitzen mehr als zwei Dutzend Mütter mit ihren Babys auf dem Arm. Keiner der Winzlinge schreit; man könnte meinen, ihnen fehlt die Kraft dazu. Vor dem Sprechzimmer steht ein Tisch mit einer weißen Kinderwaage. Als nächste ist die kleine Thuong an der Reihe. Die Krankenschwester legt das 13 Monate alte Mädchen in die Schale und notiert das Gewicht: 5,2 Kilogramm. Normalerweise müsste die Kleine fast doppelt so viel wiegen. Sie ist ein Fall für das CROM - und wird auch aufgenommen.

Seit nunmehr 33 Jahren werden in diesem »Reha-Zentrum für unterernährte Kinder und Hilfe für behinderte Kinder« in Ho-Chi-Minh-Stadt Kinder behandelt und versorgt. In den Sprechstunden des Reha-Zentrums CROM werden pro Jahr etwa 4.500 Kinder untersucht und die ernährungsbedingt kranken Kinder wieder gesund gepflegt. Sie können je nach Krankheitsgrad bis zu fünf Jahre bleiben und werden, auch nachdem sie in ihre Familien zurückgekehrt sind, von den Sozialarbeiterinnen weiter betreut und beraten. Das CROM bietet außerdem behinderten Kindern ein Zuhause.

Kleiner Junge beim Spielen
Erholung beim Spiel: Das Reha-Zentrum gleicht einem Kindergarten
Foto: terre des hommes
Jedes zweite Kind ist unter- oder fehlernährt

Alle Kinder armer Eltern, die an diesem Morgen von ihren Müttern gebracht wurden, werden gewogen, bevor die Ärztin sie untersucht. Nach der Diagnose und der Ernährungsberatung durch die Ärztin werden kostenlos Medikamente, Milchpulver und Vitamintabletten an die Eltern ausgegeben. Mehr als die Hälfte aller untersuchten Kinder ist unterernährt.

Insgesamt 600 Kinder werden in einem Zeitraum von drei Jahren in dem Zentrum aufgenommen; jeden Monat werden mindestens 100 Kinder hier untersucht. Die CROM-Mitarbeiter besuchen aber auch schwer zugängliche Dörfer auf dem Land, um die Kinder vor Ort zu untersuchen und präventive Gesundheitsberatungen durchzuführen.

Kriegsopfer der dritten Generation

Auch behinderte und missgebildete Kinder werden im CROM aufgenommen: Die vierjährige Linh wurde ohne Arme geboren. Ihr Opa war Pilot der südvietnamesischen Luftwaffe und hat im Auftrag der Amerikaner »Agent Orange« zur Entlaubung des Dschungels und zur Vernichtung der Reisernte versprüht. Viele Jahre nach dem Krieg starb er qualvoll. Das Dioxin hatte seine Gene geschädigt, bei Linh hat es zu der Behinderung geführt. Sie ist eindeutig ein Opfer der dritten Generation.

Ärzteteam
Ärzte und Schwestern kümmern sich liebevoll
Foto: terre des hommes

Bei welchem Kind »Agent Orange« die Ursache für Missbildungen oder Krankheit ist, ist ansonsten oft unklar. Es ist »nur« statistisch belegt, dass die Anzahl der Missbildungen, die Anzahl der an Leukämie oder Anämie erkrankten Kinder oder die Krebserkrankungen bei Frauen in den Gebieten, die mit der dioxinhaltigen Chemiewaffe besprüht wurden, weit höher sind als in anderen Regionen Vietnams. Über eine halbe Million behinderte Kinder wurden nach dem Krieg in Vietnam geboren.


terre des hommes unterstützt das »Center of Rehabilitation for Malnourished Children and Support for Handicapped Children« CROM in Ho-Chi-Minh-Stadt mit 60.000 Euro.


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