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Globale Solidarität mit Kindersoldaten

Red Hand Day: Über 250.000 Rote Hände an UN-Generalsekretär und Bundespräsident übergeben
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit den Überbringern der Roten Hand-Abdrücke
Foto: Sarah Shatz

»Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um die Situation der Kindersoldaten weltweit zu verbessern«, versprach UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York am Red Hand Day am 12. Februar, dem internationalen Kindersoldaten-Gedenktag. Gerade hatte er von Anna-Maria Anders vom terre des hommes-Kinderrechtsteam Amor Por La Vida ein Album mit roten Handabdrücken aus aller Welt überreicht bekommen – der feierliche Höhepunkt der weltweiten Rote-Hand-Aktion. Wenige Stunden zuvor hatte Bundespräsident Horst Köhler im Schloss Bellevue in Berlin ebenfalls mehr als 50 Kisten mit roten Händen in Empfang genommen.

Damit hatte die Rote Hand-Aktion ihr Ziel mehr als erreicht: möglichst breit gegen den Missbrauch von über 250.000 Kindersoldaten weltweit zu protestieren. Die zunächst in Deutschland gestartete Aktion war innerhalb eines Jahres zu einer Bürger- und Jugendbewegung rund um den Globus geworden: In 34 Ländern wurden über 250.000 rote Handabdrücke gesammelt, alleine 130.000 davon in Deutschland. Auch in Ländern, in denen Kinder als Soldaten missbraucht werden, wie Indien, Kolumbien, Philippinen, Uganda und Kongo, kamen Zehntausende von roten Händen zusammen.

»Lasst die Kinder endlich in Frieden, sie können nichts für Euren Krieg!«, »Kein Krieg mit Kindern!«, »Für die Liebe, gegen die Gewalt«, »Kinder sollen spielen, nicht kämpfen – Stoppt den Einsatz von Kindersoldaten!« – in vielen Sprachen schrieben die Menschen weltweit persönliche Botschaften über ihre roten Handabdrücke – eine globale Welle der Solidarität und der Empörung über den Missbrauch von Kindersoldaten.

Oft wurden zusätzlich zu den Sammelaktionen Rote-Hand-Demonstrationen und Protestveranstaltungen organisiert, zu denen Politiker, Wissenschaftler oder Betroffene eingeladen wurden und diskutierten. Es gab Aktionen bei Musik- und Filmfestivals, bei Stadt- oder Schulfesten, bei Zeltlagern und Konferenzen, bei Kunstauktionen und Sportevents. Die Kreativität und der Einsatz der meist jugendlichen Aktivisten kannte keine Grenzen. Rote-Hand-Plätzchen, T-Shirts, Buttons und Transparente, Skulpturen, Briefe, Bilder, Zeitungsartikel, Aktionsberichte und Fotos überfluteten die Rote-Hand-Sammelstellen weltweit. Auch viele Spenden für Kindersoldaten-Hilfsprojekte wurden gesammelt. An der Aktion nahmen weltweit zahlreiche Organisationen, Vereine, Schulen, Kirchengemeinden und Einzelpersonen teil. Am Red Hand Day und in den Monaten zuvor gab es zahlreiche Medienberichte über die Aktion und das Kindersoldaten-Problem. Auch die Vereinten Nationen und das US-State-Department (US-Außenministerium) berichteten auf ihren Webseiten.

terre des hommes hatte einen großen Anteil am Erfolg der Aktion: Die Aktion Rote Hand war von terre des hommes Deutschland und Aktion Weißes Friedensband gestartet worden. Sowohl in Deutschland als auch international hatte terre des hommes eine koordinierende Rolle bei der Aktion, in Deutschland gemeinsam mit Aktion Weißes Friedensband und Kindernothilfe, international gemeinsam mit Human Rights Watch. Das Dach für die erfolgreiche Zusammenarbeit waren die internationale Coalition to Stop the Use of Child Soldiers und viele ihrer nationalen Ableger, beispielsweise in Kolumbien, den Philippinen, Belgien, den USA und Deutschland (»Deutsches Bündnis Kindersoldaten«). In Kolumbien und den Philippinen waren mehrere Projektpartnerorganisationen von terre des hommes an den Aktionen beteiligt, ebenso wie in Indien und Burma.

In Deutschland machten über 50 terre des hommes-Arbeitsgruppen und Kinderrechtsteams mit großem Einsatz mit, ebenso wie über 200 Schulen, zahlreiche Kirchengemeinden, amnesty- und Plangruppen, Jugendfeuerwehr und Pfadfinder, der Humanistische Verband Berlin und Mitarbeiter der Spedition Dachser. Die hierzulande gesammelten Handabdrücke wurden dann am Red Hand Day von 30 Jugendlichen, der terre des hommes-Vorsitzenden Ursula Pattberg, Vertetern von Aktion Weißes Friedensband und Kindernothilfe sowie von BAP-Sänger Wolfgang Niedecken an den Bundespräsidenten überreicht.

Bei der Übergabe bei den Vereinten Nationen in New York sprachen neben dem UN-Generalsekretär auch die Unicef-Vorsitzende, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe »Kinder in bewaffneten Konflikten« des UN-Sicherheitsrates und die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy. Sie alle bedankten sich bei der Aktion für den großen Einsatz und das beeindruckende Ergebnis. Frau Coomaraswamy betonte die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft für die Verbesserung der Situation der Kinder weltweit – sie sei einer der drei Säulen neben den Vereinten Nationen und den Nationalstaaten. Unter den mehr als 100 Gästen waren auch UN-Botschafter aus über 40 Ländern, darunter Deutschland.

Sie alle hörten auch die Statements der vier Jugenddelegierten. Besonders ruhig wurde es, als die Vertreterinnen aus Afrika und Lateinamerika an der Reihe waren, beides ehemalige Kindersoldatinnen. Yina Moreno Soto vom terre des hommes-Projektpartner taller de vida wies auf die schlimme Situation der Kinder und Jugendlichen im Krieg in Kolumbien hin und die Mitverantwortung der kolumbianischen Regierung. Bei der Erinnerung an ihre Zeit als Soldatin schloss sie kurz die Augen »Sie gaben mir keine Buntstifte sondern ein Gewehr. Was ich dort erlebt habe, darf keinem einzigen Kind weltweit mehr passieren. Nie mehr!«. Dafür hatte auch sie ihre Rote Hand gegeben.

Ralf Willinger

Weitere Informationen:
Folgende Organisationen unterstützten die Aktion Rote Hand in Deutschland: Aktion Weißes Friedensband, Amnesty International, Deutsches Jugendrotkreuz, Deutsches Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes, Kindernothilfe, Netzwerk Afrika Deutschland, Plan International Deutschland, terre des hommes, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, World Vision Deutschland
 

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