Eines der am stärksten mit Landminen belasteten Länder ist Angola im Süden Afrikas. Im langjährigen Bürgerkrieg wurden Millionen Minen verlegt. Obwohl bereits seit Jahren intensiv Minenräumung betrieben wird, gibt es noch immer mehrere Tausend Minenfelder. Sie bringen unsägliches Leid über die Landbevölkerung, die ihre Äcker und Feldern dringend zum Anbau von Nahrungsmitteln benötigt. Zwar gibt es nicht mehr so viele Minenunfälle wie früher, dennoch gibt es Tausende schwer verletzte und behinderten Überlebenden.
Auch Kinder sind unter den Opfern zu finden. Ihre Überlebenschance sind allerdings gering, weil die Konstruktion der meisten Antipersonenminen darauf ausgerichtet ist, Erwachsenen schwere Verletzungen an den Beinen zuzufügen. Weil Kinder kleiner sind, werden nicht selten lebenswichtige Organe getroffen. Die schweren Verletzungen führen bei Kindern deshalb oft zum Tod.
In Angola gibt es auch viele Kinder mit Amputationen der Extremitäten infolge von Minenunfällen. Sie bleiben in der Regel ohne prothetische Versorgung. Prothesenbau für Kinder ist besonders aufwendig, weil sie wegen des Wachstums ständig angepaßt werden müssen.
Anders in Luena, einem der entlegensten Gebiete im Osten Angolas. Die Fahrt mit dem LKW von der Hauptstadt Luanda aus in die besonders schwer verminte Region dauert sieben Tage. Dort gibt es seit Jahren eine Prothesenwerkstatt, die auch Kindern Prothesen anpasst. Das »Zentrum für die Förderung der Gemeindeentwicklung« (CAPDC) arbeitet eng mit dieser Werkstatt zusammen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von CAPDC bereiten die Menschen, die eine Prothese brauchen, darauf vor, und sie begleiten sie bei der Rückkehr in ihre Dörfer. Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass mit einer Prothese allein das Problem nicht gelöst ist. So hat CAPDC festgestellt, dass Kinder, die einen Minenunfall überlebt haben, anschließend meist nicht mehr die Schule besuchen. Dieses Phänomen trifft auch zu, wenn nicht die Kinder, sondern andere Familienmitglieder Opfer einer Mine wurden. Dies bestätigt, dass angolanische Familien, die von einem Minenunfall betroffen wurden, ihre Lebenseinstellung ändern. Sie hören auf, ihre eigene Zukunft zu planen. Dies belegt auch eine kürzlich durchgeführte Untersuchung: 60 % der Kinder, die aus Familienhaushalten stammen, in denen ein Familienmitglied einen Minenunfall überlebt, werden nicht in die Schule geschickt.
Das von terre des hommes geförderte Hilfsprojekt Amparo wird zukünftig 400 Kindern die Chance geben, eine Grundschule zu besuchen, 20 Ältere sollen eine handwerkliche Ausbildung erhalten. Gleichzeitig werden die Lehrer trainiert, damit sie in Zukunft besser auf die besonderen Bedürfnisse von minenverletzten Kindern eingehen können. Dies gilt besonders für die Mädchen, die derzeit in doppelter Weise benachteiligt werden: als Mädchen und als Behinderte.
Bitte unterstützen Sie die Arbeit von terre des hommes für Minenopfer mit Ihrer Spende.