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Faire Blumen zum MuttertagAuf Blumenplantagen in Übersee leiden besonders Frauen unter schlechten Arbeitsbedingungen
Der 11. Mai ist der Ehrentag der Mütter. Viele von ihnen werden zum Muttertag mit üppigen Blumensträußen überrascht, denn die Blume gilt als Symbol für Schönheit, Liebe und Freude. Der Muttertag ist einer der Umsatz stärksten Tage im deutschen Blumenhandel. Nur ca. zwölf Prozent der verkauften Blumen stammen jedoch aus Deutschland. Der Rest wird aus den Niederlanden, zu einem Großteil aber auch aus Afrika und Lateinamerika importiert. Von den 200.000 Menschen, die in Afrika und Lateinamerika auf den Plantagen arbeiten, sind zwei Drittel Frauen, die meisten von ihnen Mütter. Auch sie kennen den Muttertag. Wie auch zu anderen Festtagen steigen rund um den Muttertag ihre Arbeitszeiten auf 14 bis 16 Stunden am Tag. Doch die Löhne bleiben niedrig; die Frauen bräuchten - je nach Land - zwischen drei und sieben Mindestlöhnen, um ihre Familie menschenwürdig ernähren und versorgen zu können. Sie arbeiten meist ohne festen Vertrag. Massiver Pestizideinsatz gefährdet ihre Gesundheit. Wer diese Arbeitsbedingungen nicht unterstützen will, muss deshalb keinesfalls auf den Blumenkauf verzichten. Das Kinderhilfswerk terre des hommes empfiehlt vielmehr, nach Blumen mit dem »Flower Label« zu fragen. Diese Blumen stehen für eine menschen- und umweltfreundliche Produktion. Kein Schutz für Mutter und KindSo manche Blume, die am Muttertag auf deutschen Frühstückstischen steht, stammt vom Naivasha-See, Kenias größtem Anbaugebiet nordwestlich der Hauptstadt Nairobi. Kenia ist der wichtigste Lieferant für nicht-europäische Importblumen auf dem deutschen Markt. In der kenianischen Blumenproduktionen arbeiten hauptsächlich Frauen. Die meisten von ihnen müssen ihre Familien allein unterhalten, weil sie allein erziehend sind oder der Mann keine Arbeit findet. Während die Mütter arbeiten, sind die Kinder sich selbst überlassen, denn Kindergärten gibt es nicht. »Ich denke, für die Kinder ist das größte Problem die schlechte Ernährung«, meint Janet Kikwete, die auf einer großen Blumenfarm in Kenia arbeitet. »Eine Frau, die ein Kind bekommt, darf deswegen nicht zu Hause bleiben und sich um das Kind kümmern. Es werden keine Zugeständnisse gemacht, was den Arbeitsbeginn angeht, und sie hat nur eine kurze Pause. Darum kann sie das Baby tagsüber nicht stillen«. Doch die Probleme beginnen schon früher: Oft arbeiten die Frauen ohne Schutzkleidung. Die empfohlenen Wartezeiten nach dem Pestizideinsatz werden häufig unterschritten. So kommen auch schwangere Frauen in Kontakt mit den giftigen Stoffen. Janet berichtet: »Letztes Jahr hatten drei Frauen aus der Nelkenabteilung Fehlgeburten. Es ist möglich, dass der Grund dafür in dem Kontakt mit den Chemikalien lag, aber das Unternehmen ist nicht bereit, das zu prüfen.« Zeichen setzen durch faire BlumenDabei müssen Blumen nicht auf Kosten der Gesundheit von Müttern und Kindern produziert werden. Menschenwürdige und Umwelt schonende Arbeitsbedingungen sind möglich. Das beweist der Erfolg des Blumensiegels, das exakt vor vier Jahren, zum Muttertag 1999, von terre des hommes, Brot für die Welt und FIAN gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt sowie Floristen und Blumenimporteuren auf den Markt gebracht wurde. Das Siegel bietet eine echte Alternative, denn Blumenplantagen aus dem »Flower Label Programme« (FLP) verpflichten sich, strenge Kriterien einzuhalten: Keine Diskriminierung von Frauen, Festverträge und Mutterschutz, Verbot von Kinderarbeit, Gewerkschaftsfreiheit, Gesundheits- und Arbeitsschutz und das Verbot hochgiftiger Pestizide. Plantagen mit dem Blumensiegel werden regelmäßig von unabhängigen Inspekteuren überprüft. Damit ist eine Brücke geschlagen zwischen den Verbraucherinnen und Verbrauchern in den Importländern und den Menschen, die die Blumen pflücken und verpacken. Wer FLP-Blumen nachfragt, setzt ein Zeichen für ungeteilte Freude an Blumen - nicht nur zum Muttertag. Das System funktioniert: Auf den FLP-Plantagen in Kenia gilt beispielsweise seit Januar 2002 der dreimonatige Mutterschutz, obwohl durch Landesgesetze nur fünf Wochen vorgeschrieben sind. Insgesamt gibt es bis derzeit etwa 60 Farmen, die FLP-Blumen produzieren. Dadurch werden ca. 14.000 Arbeiterinnen und Arbeiter erreicht. Auf den beteiligten Plantagen wird mehr als der Mindestlohn gezahlt. Überstunden sind freiwillig, Mütter mit kleinen Kindern können so besser planen. Alle Beschäftigten tragen vom Arbeitgeber gestellte Schutzkleidung und werden regelmäßig gesundheitlich untersucht. In Deutschland verkaufen bereits rund 1.000 Floristen Blumen aus dem »Flower Label Programme«. Ein Verzeichnis dieser Geschäfte bietet die Internetseite www.flower-label-programme.org. Weitere Informationen zum Flower Label auf finden sich auf der Homepage von terre des hommes unter www.tdh.de Das Kinderhilfswerk terre des hommes gehört zu den Initiatoren des Flower Label Programms. Weltweit unterstützt terre des hommes mehr als 400 Projekte für Not leidende Kinder: Straßenkinderzentren, Initiativen gegen Kinderarbeit und Kinderprostitution, Programme zur Bildung und Ausbildung. Sie können diese Arbeit unterstützen: Spendenkonto terre des hommes Silke Peters Der Abdruck des Artikels ist kostenlos; wir bitten Sie aber, uns über Ihre Veröffentlichung zu informieren und Belegexemplare zu schicken: Bitte wenden Sie sich an Cornelia Dernbach, terre des hommes-Pressereferat, Tel. (05 41) 7101-126, eMail: [
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Blütenträume: Blumenarbeiterin in Bolivien
Blütenträume: Blumenarbeiterin in Bolivien Weiteres Fotomaterial (teilweise honorarpflichtig) stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich an unser Pressereferat. [
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