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Nach der FlutInterview mit terre des hommes-Geschäftsführer Peter Mucke
Am 26. Dezember 2004 löste ein starkes Seebeben im indischen Ozean die Flutwelle aus, die die Küsten Südasiens verwüstete und mehr als 250.000 Menschenleben forderte. Weltweit folgte auf den Tsunami eine enorme Hilfsbereitschaft. Allein in Deutschland wurden mehr als 500 Millionen Euro gespendet. Schon in den ersten Tagen nach der Katastrophe organisierte das Kinderhilfswerk terre des hommes Hilfsprogramme für die Überlebenden. Über die Perspektiven der Arbeit äußert sich der Geschäftsführende Vorstand von terre des hommes, Peter Mucke, im Interview. Herr Mucke, wie viele Spenden hat terre des hommes zur Hilfe in der Tsunami-Region erhalten? Wir haben in den Wochen und Monaten nach der Katastrophe eine Hilfsbereitschaft erfahren, die in der Geschichte von terre des hommes ohne Beispiel ist. Insgesamt sind inzwischen mehr als 11 Millionen Euro für die Arbeit in der Flutregion an terre des hommes gespendet worden, wofür wir außerordentlich dankbar sind. Es gab viele große und kleine Privatspenden, aber auch Unternehmen und Medien, Schulen und Vereine haben für die Opfer des Tsunami gesammelt und den Erlös terre des hommes anvertraut. Wo und wie wird dieses Geld eingesetzt? terre des hommes leistet Sofort- und Wiederaufbauhilfe in Indien, Thailand und Indonesien. Zunächst galt alle Aufmerksamkeit der Versorgung der Opfer mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten. Danach konnten erste Schritte eines Neuanfangs eingeleitet werden. Als Kinderhilfswerk richten wir dabei unser Augenmerk natürlich besonders auf die Kinder, die schreckliche Erlebnisse verarbeiten müssen und dabei auf unsere Hilfe angewiesen sind. Außerdem versuchen wir gemeinsam mit unseren Partnern dazu beizutragen, dass die Menschen schnell wieder eine Existenz aufbauen können: Es werden Fischerboote repariert und Häuser gebaut; außerdem ist die rechtliche Beratung der Opfer wichtig, denn viele müssen nun Angst haben, aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt zu werden. In den Wochen nach dem Tsunami wurde beklagt, die große Spendensumme könne gar nicht sinnvoll in der betroffenen Region abgewickelt werden. Wie stellt sich die Situation aus Ihrer Sicht dar? Inzwischen mehren sich die Berichte, dass die von der Internationalen Staatengemeinschaft zugesagten staatlichen Gelder nur zu einem geringen Teil die betroffenen Gebiete erreicht haben. Auch bei Spenden an Hilfsorganisationen wird nun verstärkt nachgefragt, ob sie wirklich sinnvoll eingesetzt werden. Eine Gefahr besteht immer dann, wenn Hilfsorganisationen nicht vor einer Katastrophe in dem Gebiet tätig waren und dann aus Anlass einer Katastrophe Hilfe leisten wollen. terre des hommes arbeitet in Katastrophengebieten, in denen langjährige Projektpartnerschaften bestehen. Außerdem sind wir mit anderen renommierten Hilfswerken im Bündnis »Gemeinsam für Menschen in Not – Entwicklung hilft!« vernetzt. Wie stellt terre des hommes sicher, dass die Spenden tatsächlich ihren Zweck erfüllen und den betroffenen Menschen konkret und langfristig helfen? Durch die enge Zusammenarbeit mit den Projektpartnern vor Ort kann terre des hommes sehr genau den Bedarf für die betroffenen Menschen einschätzen. Darauf wird die Hilfe ganz konkret ausgerichtet. Da die Spenderinnen und Spender die terre des hommes-Arbeit umfangreich durch ihre Spenden unterstützt haben, sind wir in der Lage, in der Tsunami- Region nach der akuten Nothilfe auch den langfristigen Wiederaufbau gemeinsam mit unseren Projektpartnern durchzuführen. Ein wichtiges Prinzip ist dabei die unmittelbare Beteiligung der betroffenen Bevölkerung: So übernehmen die Dorfbewohner den Neubau ihrer Hütten und Boote selbst, wobei sie von uns finanziell und fachlich unterstützt werden. Diese Partizipation ist ein ganz wesentlicher Faktor des Neuanfangs nach der Flutwelle. Wie beurteilen Sie heute die Anregung von Bundeskanzler Schröder, auf allen Ebenen Partnerschaftsinitiativen zur Hilfe in der Tsunami-Region zu übernehmen? Die Anregung zu Partnerschaftsinitiativen zur Hilfe in der Tsunami Region war sicherlich gut gemeint und kommt dem Wunsch mancher Unterstützer entgegen, für eine bestimmte Maßnahme eine Patenschaft zu übernehmen. In einer Katastrophensituation sind solche Vermittlungen aber sehr schwierig zu übernehmen. terre des hommes hat sich daher in den ersten Monaten nach der Flutkatastrophe auf die Hilfe vor Ort konzentriert und wird nur längerfristige Partnerschaften vermitteln. Haben Sie Sorgen, dass nach den hohen Spenden zur Fluthilfe nun Geld für die Arbeit in anderen Regionen fehlen wird? Die Spendenbereitschaft in Deutschland anlässlich der Flutkatastrophe in Südasien war überwältigend. Wir haben von einigen Spenderinnen und Spendern die ermutigende Nachricht erhalten, dass sie auch die Arbeit von terre des hommes in anderen Regionen weiterhin unterstützen wollen. Wir rechnen hier fest mit der Fortsetzung der langjährigen Unterstützung. Das Interview führte Stephan Stolze terre des hommes wird den Wiederaufbau nach dem Tsunami langfristig begleiten. Sie können diese Arbeit unterstützen: Spendenkonto terre des hommes Der Abdruck des Artikels ist kostenlos; wir bitten Sie aber, uns über Ihre Veröffentlichung zu informieren und Belegexemplare zu schicken: Bitte wenden Sie sich an Cornelia Dernbach, terre des hommes-Pressereferat, Tel. (05 41) 7101-126, eMail: [
Weitere Informationen / LinksIhr Ansprechpartner bei terre des hommes: Stephan Stolze, Tel.: (05 41) 71 01-124, eMail: Linksterre des hommes-Informationsseite zur Flutkatastrophe in Südostasien Die Erdnusspflückerin. Neuanfang nach dem Tsunami in Indien Verlorenes Zuhause. Aceh/Indonesien: Hilfe für die Überlebenden des Tsunami Aufruf Bündnis »Gemeinsam für Menschen in Not - Entwicklung hilft« [
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In der indonesischen Provinz Aceh richtete der Tsunami verheerende Schäden an
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Peter Mucke, Geschäftsführender Vorstand von terre des hommes [
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