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Straßenkind für einen Tag
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»Wir sind ungeduldig«Hamburg: Junge Flüchtlinge verfilmen ihr Leben in Duldung
Die Stimme erheben und sichtbar werden: Über ein halbes Jahr lang erzählten sich sechs Jugendliche aus Afghanistan, Indien, Iran und Sierra Leone Geschichten über Liebe, Freundschaft, über ihre Identität und ihre Träume. »Hier hast du alles: Essen, Trinken, du kannst ausgehen und Spaß haben. Aber du bist nicht frei. Du darfst Hamburg nicht verlassen, darfst keine Ausbildung machen und musst in einem Wohnheim leben«, beschreibt die 18-jährige Afghanin Tanya ihr Leben mit ungesichertem Aufenthaltsstatus, der Duldung. Wie kann man das den Freunden rüberbringen? Vergrault man damit nicht die neue Freundin? Die Kamera war immer dabei. »Duldung heißt: keine Arbeit, keine Ausbildung, nichts machen können und nicht wissen, was wird.« So bringt die Gruppe, die sich den Namen »ungeduldig« gegeben hat, das Leben in der Warteschleife auf den Punkt. »Geduldet« ist, wer in der Bundesrepublik kein Aufenthaltsrecht hat, und deshalb abgeschoben werden soll. Die Duldung muss in Monats-, manchmal Wochenabständen bei der Ausländerbehörde verlängert werden. »Ich kann meine Träume steuern, aber meine Realität nicht. Dabei sollte es umgekehrt sein.« - Poetische Worte für einen knallharten Widerspruch. »Sie haben Drehbücher im Kopf, weil sie so viel gesehen haben«, sagt Gesa Becher, Initiatorin und Medienpädagogin aus dem Projekt Mokala des Hamburger Kinder- und Jugendhilfeträgers Basis und Woge e.V. Die Dreharbeiten sind auch ein Entwicklungsprozess, der 26-minütige Kurzfilm hält diesen fest. Angeleitet und unterstützt werden die Jugendlichen durch ein Team Hamburger Videofilmer und Medienpädagogen, finanziert wird das Projekt unter anderen vom Kinderhilfswerk terre des hommes. Sushil aus Kaschmir hat bereits Filmerfahrung. Durch dieses Projekt hofft er, seinem Traum, beim Film zu arbeiten, näher zu kommen. Gleichzeitig sucht er vor der Kamera einen Weg, seine zwei Welten - die des Flüchtlings einerseits und des jungen Mannes, der mit seinen Hamburger Freunden einfach nur das Leben genießen will, andererseits - zusammenzubringen. Chander, der als Kind ohne Familie von Afghanistan nach Deutschland geflüchtet war, lässt Filmkollegen und Kamera Zeuge seines inneren Zwiespalts werden: Hätte er damals auf das Angebot des Mannes, ihn zu adoptieren, eingehen sollen? Der Preis wäre gewesen, dass er ALLES für den Mann hätte tun müssen, aber der Lohn wäre vielleicht ein ganz normales Leben gewesen. Tanya traut sich am Ende des Filmes erstmals selbst vor die Kamera. Viel hat sich in ihnen und um sie herum während der Dreharbeiten verändert. Die neue Bleiberechtsregelung ist gekommen: Sushil macht ein Praktikum bei einer Fernsehproduktion und hat einen Ausbildungsplatz im Gastgewerbe in Aussicht. Hat das Zittern ein Ende? Chander ist auf Arbeitssuche. Ob er das Bleiberecht erhält, ist noch ungewiss. Tanya wird es nicht erhalten. Sie hat die geforderte Sechsjahresfrist um einige Monate verpasst. Trotzdem hofft sie, dass sie nach ihrem Abitur im Herbst an der Hamburger Universität Chemie studieren darf. Inzwischen besuchen die fünf Filmer Schulklassen und Veranstaltungen, auf denen ihr Film gezeigt wird und stehen Rede und Antwort. Sie sind aus dem Dunkel getreten. Michaela Ludwig terre des hommes unterstützt Woge e.V. mit 8.500 Euro. Spendenkonto terre des hommes Der Abdruck des Artikels ist kostenlos; wir bitten Sie aber, uns über Ihre Veröffentlichung zu informieren und Belegexemplare zu schicken: Bitte wenden Sie sich an Cornelia Dernbach, terre des hommes-Pressereferat, Tel. (05 41) 7101-126, eMail: [
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Filmprojekt »Ungeduldig«: Sechs »geduldete« Jugendliche verfilmen ihr Leben in Duldung
»Du darfst keine Ausbildung machen«: Geduldete Jugendliche drehen einen Film über ihr Leben in der Warteschleife [
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