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»Mit aller Kraft gegen AIDS«Das Extremsport-Team Joachim Franz unterstützt terre des hommes
AIDS ist dabei, Afrika von Grund auf zu verändern: Die Armut nimmt zu, Familien zerbrechen, Kinder bleiben nach dem Tod der Eltern allein. Tag für Tag sterben 6.300 Afrikaner an AIDS. Die Immunschwächekrankheit ist nach wie vor nicht heilbar. In Industrieländern wird sie mit Hilfe von Präventionsmaßnahmen und teuren Medikamenten halbwegs in Schach gehalten, dagegen fehlen den Entwicklungsländern die Mittel für die einfachsten Programme zur Vorbeugung und Behandlung. Die Extremsportler Joachim Franz, Dr. Michael Strohmann und Tom Staats wollen ein Zeichen setzen im Kampf gegen die AIDS und auf sportliche Art viel Geld sammeln für terre des hommes-Projekte und für das Masibambane Community Projekt in Südafrika. Am 7. Oktober 2003 startet in Kapstadt der »south africa - run & bike for help«, am 21. Oktober will das Team sein Ziel, Soweto/Johannesburg, erreichen. Zur Vorbereitung reiste Joachim Franz mit seinem Team nach Südafrika. Im Interview schildert er seine Eindrücke. Joachim Franz, sind Sie in Südafrika auf Unverständnis gestoßen? Hat man Sie gefragt, warum Sie sich als deutscher Sportler dort einmischen? Ganz im Gegenteil, es herrschte Euphorie. Alle, die wir in Südafrika getroffen haben, waren begeistert von unserem Vorhaben, Aufklärungsarbeit in Sachen AIDS mit einem Extremsport-Event zu verbinden. Das Problem ist ja ein globales. Und Sport verbindet. Laufen passt zur Mentalität der Südafrikaner, egal welche Hautfarbe und welchen Status sie haben. Viele kamen auf uns zu und sagten: »Gut, dass ihr kommt und auf sportliche Art dieser Epidemie den Kampf ansagt. Unsere Regierung tut ja nicht genug.« Auch für die südafrikanischen Medien wird der »south africa - run & bike for help« ein großes Thema sein, weil wir nicht nur Geld einwerben, sondern auch etwas gegen die Stigmatisierung der AIDS-Kranken tun wollen. Sind Sie nach den täglich zu laufenden 50 Kilometern plus 100 bis 140 Kilometern auf dem Rad dazu überhaupt noch in der Lage? Unser Vorhaben ist in der geplanten Form ein Novum. Sicher, wir werden abends ganz schön fertig sein - aber nicht zu kaputt, um zu informieren. Für den Kampf gegen AIDS habe ich auch am Ende des Tages noch die nötige Power. Auch bin ich ja nicht allein unterwegs. Klar ist doch, wir alle können etwas tun, damit sich weniger Menschen infizieren und an der Krankheit sterben. Allein in Südafrika sollen es täglich 600 sein. Unzählige Kinder werden zu Waisen, sind ohne Unterstützung - ein Drama. Wir wollen ein Zeichen setzen: Die Probleme müssen angegangen werden. Seit wann planen Sie das Südafrika-Vorhaben? Wer unterstützt Sie dabei? Wir planen seit anderthalb Jahren. Von deutscher Seite unterstützt uns der Reiseveranstalter DERTOUR, der maßgeschneiderte Touren anbietet: Jeweils Fünf-Tages-Blöcke zum Mitlaufen und Biken mit der Option, sich anschließend noch in Südafrika zu erholen. Unsere Partner in Südafrika sind neben dem South Africa Tourism Board auch Volkswagen Südafrika, Volkswagen Gesundheitswesen und MAN Südafrika - sie alle helfen uns bei der Logistik. Neu hinzugekommen ist die Protea-Hotelgruppe. Unterstützt werden wir aber auch von der Universität in Kapstadt, von südafrikanischen Sportverbänden und von den Städten und Gemeinden, die an unserer Route liegen. Viele Gemeinden planen Rahmenprogramme. Ganz nach unserem Motto: »Gemeinsam gegen HIV/AIDS«. Dazu kooperieren wir auch mit terre des hommes: Der Regionalkoordinator Ulrich Tietze wird am 21. Oktober am Ziel in Johannesburg dabei sein. Sie laufen in der Township Soweto in Johannesburg ins Ziel. Haben Sie keine Angst vor Kriminalität und Gewalt? Nein. Wir arbeiten ja eng mit den südafrikanischen Partnern zusammen. Es war übrigens eine Idee von Cheryl Carolus, einer ehemaligen, sehr engen Mitarbeiterin von Nelson Mandela, Soweto als Zielort zu wählen. Nicht zuletzt, weil auch terre des hommes dort Projekte unterstützt. Sie sind gelernter Werkzeugmacher - was war für Sie der Auslöser, sich für Extremsport zu begeistern? Mit 30 wog ich 120 Kilogramm, war träge und mit mir unzufrieden. Ich beschloss, mein Leben zu ändern - und das konsequent. Ich hörte auf zu rauchen, trank nichts Alkoholisches mehr, ernährte mich gesund und fing an, etwas Sport zu treiben. Als ich 72 Kilo wog, hatte ich alte Freunde verloren, aber neue gefunden. Für die Medien war ich ein Fall zum Thema »Vorher - Nachher«. Und da beschloss ich, diese Aufmerksamkeit noch für eine gute Sache zu nutzen. Ich spürte Dankbarkeit, war so froh über das neue Lebensgefühl. Warum engagieren Sie sich für Menschen, die an AIDS erkrankt sind? Zuerst engagierte ich mich für die Regenwälder, später für alte Menschen in Russland, dann für behinderte Kinder in und um Wolfsburg. 1995 starb ein guter Freund an AIDS. Ich wollte mehr über diese Krankheit wissen und besuchte AIDS-Projekte auf den Philippinen und in Nepal. Seitdem ist es mein Anliegen, etwas gegen die weitere Ausbreitung von AIDS zu tun. 1994 war ich zum ersten Mal in Südafrika und nahm an dem 90-Kilometer langen »Comrad-Marathon« teil. Seitdem bin ich von diesem Land und seinen Menschen begeistert. Wie haben Sie den Weg zu terre des hommes gefunden? Als Mitarbeiter von Volkswagen hörte ich natürlich von der gemeinsamen Aktion mit terre des hommes »Eine Stunde für die Zukunft«. Ich erkundigte mich dann bei unserem Betriebsratsvorsitzenden über terre des hommes, später hatte ich auch die Gelegenheit, ein Projekt in Nepal zu besuchen. Wichtig war mir, dass die Organisation seriös ist und auch in Südafrika Projekte für AIDS-Kranke fördert und sich in Sachen Aufklärung engagiert. Haben Sie jetzt mit 43 Jahren Ihren Beruf an den Nagel gehängt? Trotz intensivstem Training arbeite ich noch im Volkswagen-Werk in Wolfsburg. Ich bin tätig im Gesundheitswesen, agiere als »Botschafter für Gesundheit« und kümmere mich neben vielen anderen Aufgaben um AIDS-Aufklärung weltweit. In Wolfsburg selbst fördere ich soziales Engagement von Auszubildenden und versuche mein Wissen in Gesundheitsprojekten für Mitarbeiter einzubringen. Ich tauge wohl ein wenig als Vorbild: Ich habe es geschafft, mein Leben völlig umzukrempeln; bin heute fit, schlank - und durch mein ungewöhnliches Engagement auch für die Medien interessant. Das gibt mir die Möglichkeit, mich auch wirkungsvoll für soziale Anliegen einzusetzen. Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes unterstützt Projekte für AIDS-Waisen im südlichen Afrika sowie Aufklärungsprogramme gegen AIDS in vielen Ländern der Welt. Sie können diese Arbeit unterstützen: Spendenkonto terre des hommes Interview: Renate Giesler Der Abdruck des Artikels ist kostenlos; wir bitten Sie aber, uns über Ihre Veröffentlichung zu informieren und Belegexemplare zu schicken: Bitte wenden Sie sich an Cornelia Dernbach, terre des hommes-Pressereferat, Tel. (05 41) 7101-126, eMail: [
Weitere Informationen / LinksLinks[
ServiceDokumenteWir bieten Ihnen dieses Dokument als Word-Datei (56 KB, 7400 Zeichen) zum Download an. Zusätzlich steht Ihnen ein Word-Dokument mit Daten, Fakten und Hintergründen zum Thema Aids (49 KB, 9400 Zeichen) zur Verfügung. Fotos
Joachim Franz, Dr. Michael Strohmann, Tom Staats (Team Joachim Franz) v.l.n.r. [
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