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Die Macht der KundenInitiative für bessere Information der Verbraucher
»Den ganzen Tag sitze ich im Eis«, klagt die elfjährige Sujata. »An den Händen und Füßen habe ich Frostbeulen und das ganze Jahr über bin ich erkältet und huste.« Das Mädchen arbeitet in einer Garnelenfabrik im indischen Bundesstaat Westbengalen. Die Produkte der Firma werden als Delikatessen in alle Welt exportiert und erzielen einen guten Preis. Sujata sieht davon nicht viel: Für einen Hungerlohn leistet sie schwere Arbeit, ruiniert ihre Gesundheit und hat weder Zeit zur Schule zu gehen, noch mit ihren Freundinnen zu spielen. Mehr als 200 Millionen Kinder unter 15 Jahren müssen arbeiten; 186 Millionen von ihnen werden krass ausgebeutet. Das sagen die nüchternen Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Kinder arbeiten in der Landwirtschaft und in der Industrie, in privaten Haushalten, in Bergwerken und Steinbrüchen. Ihre Arbeitskraft wird wie ein Ware gehandelt; die Menschenrechte der Kinder millionenfach mit Füßen getreten. Ob Früchte aus Lateinamerika, Baumwolle aus Afrika oder Teppiche aus Asien – Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit landen massenhaft in den Regalen deutscher Supermärkte und Warenhäuser. »Wir wissen, dass die meisten Verbraucher und Anleger es nicht akzeptieren, dass Kinder auf Kosten ihrer Gesundheit zur Arbeit gezwungen werden«, erklärt Peter Mucke, Geschäftsführender Vorstand des Kinderhilfswerks terre des hommes. »Doch es fehlt ihnen an Möglichkeiten, um sich über die Herkunft der Waren, über Geschäftspraktiken des Herstellers zu informieren.« Was bleibt, ist bei vielen Verbrauchern das ungute Gefühl, möglicherweise Schnäppchen zu Lasten von Kindern zu jagen. Damit das anders wird, appelliert terre des hommes gemeinsam mit 13 weiteren Organisationen an die Politik, bessere Informationsmöglichkeiten für Anleger und Verbraucher zu schaffen. Zu der Initiative gehören Umwelt- und Sozialverbände ebenso wie entwicklungspolitische Organisationen. Die Bundesregierung, so die gemeinsame Forderung, müsse endlich die Lücken in der Gesetzgebung schließen und den Verbrauchern Zugang zu Unternehmensdaten verschaffen. Bisher herrsche in der deutschen Wirschaft ein »Klima des Schweigens«, während die Bürger etwa in Großbritannien, den USA oder den Niederlanden weitaus mehr Informationsrechte über die Unternehmen hätten. Nicht allein um die Verhinderung der Kinderarbeit geht es der Initiative; vielmehr soll nachprüfbar werden, wie Unternehmen ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht werden. So erklärt Gerhard Timm, Geschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): »Die Liste der durch regional oder global agierende Unternehmen ausgelösten Umweltkatastrophen ist lang. Nur wenn die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen werden können, werden sie in Zukunft die erforderlichen Umweltstandards beachten.« Durch ein entsprechendes Informationgesetz müssten Verbraucher in die Lage versetzt werden, ihre Macht gegenüber Unternehmen verantwortlich einzusetzen. Die Zerstörung der Umwelt und Ausbeutung von Kindern, so die Mitglieder der Initiative, dürfen nicht länger durch Markterfolge belohnt werden. Verbraucher und Anleger haben die Möglichkeit, Unternehmen in die Pflicht zu nehmen und gegebenenfalls für unverantwortlichen Umgang mit Menschen und Umwelt zu bestrafen. »Diesem elementaren Verbraucherrecht«, so die gemeinsame Forderung, »muss die Regierung Geltung verschaffen!« Stephan Stolze Das Memorandum zur Transparenz der Unternehmensverantwortung ist unter dem Titel »Verantwortlich produzieren und konsumieren« im Internet als PDF-Dokument abrufbar: www.verbraucher.org/pdf/43.pdf Das Kinderhilfswerk terre des hommes fördert Bildungsprogramme für arbeitende Kinder und Initiativen zum Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern. Sie können diese Arbeit unterstützen: Spendenkonto terre des hommes Der Abdruck des Artikels ist kostenlos; wir bitten Sie aber, uns über Ihre Veröffentlichung zu informieren und Belegexemplare zu schicken: Bitte wenden Sie sich an Cornelia Dernbach, terre des hommes-Pressereferat, Tel. (05 41) 7101-126, eMail: [
Weitere Informationen / LinksGern bieten wir Ihnen weitere Informationen und Materialien. Ihr Ansprechpartner bei terre des hommes: Stephan Stolze, Tel.: (05 41) 71 01-124, eMail: Links
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Schuften statt spielen: Edelsteinschleiferin in Indien
Billige Arbeitskraft: Kaffeeernete in Guatemala
Billige Kleidung auf Kosten der Kinder: Textilfabrik in Indien
Harte Arbeit: Teppichknüpfer in Indien [
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