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terre des hommes - Durch DZI geprüft und empfohlen

Protestaktion gegen die Militärwerbung bei Minderjährigen

Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière,

sehr geehrter Herr Alexander Gernandt,

die Bundeswehr wirbt gemeinsam mit der Zeitschrift Bravo bei Jugendlichen für eine Teilnahme am »BW-Adventure Camp«. In einem Werbespot wird Kindern und Jugendlichen mit Begriffen wie »Fun«, »crazy Strandspiele« und »coole Partys« suggeriert, dass es sich bei der Bundeswehr um einen Abenteuer-Ausflug handelt. Dass Soldaten bei Kriegseinsätzen mit hohen Risiken rechnen und dabei unter Umständen Menschen töten müssen, wird nicht thematisiert. Diese irreführende Reklame in Jugendmedien verstößt gegen die Grundsätze der Kinderrechtskonvention, wie das Verbot der Anwerbung von Minderjährigen. Besonders unerträglich ist, dass die Zeitschrift Bravo damit  ihre sehr junge Zielgruppe ab zehn Jahren anspricht. Ich unterstütze die Aktion von terre des hommes und fordere Sie auf:

Bitte sorgen Sie dafür, dass die Bundeswehr keine sogenannten Adventure Camps für Minderjährige anbietet.

Bitte verzichten Sie künftig darauf, in Kinder- und Jugendmedien irreführende Werbeaktionen für die Bundeswehr durchzuführen, die die Gefahren des Soldatenberufs verharmlosen.

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Ihr Ansprechpartner

Ralf Willinger
Referat Kinderrechte
Telefon: 05 41 / 71 01-108
eMail: r.willinger@tdh.de

Zahlen

  • 340.000 Jugendliche erreichte die Bundeswehr 2010 alleine durch Werbeveranstaltungen an Schulen.
  • 23.000 neue Rekruten brauchte die Bundeswehr 2009, konnte aber nur 21.000 rekrutieren. Der Druck wird aufgrund der Aussetzung der Wehrpflicht weiter steigen.
  • Rund 1.000 freiwillige 17-Jährige werden jedes Jahr rekrutiert.
  • Seit 1998 gab es bei Auslandseinsätzen mehr als 91 tote und 157 verwundete Bundeswehrsoldaten, darunter viele unter 25 Jahren. Viele mehr sind psychisch traumatisiert.
  • Die Einflussnahme der Bundeswehr bei der Lehrerausbildung steigt: Im Jahr 2009 nahmen 1.100 Referendare und 3.300 Lehrer an Lehrveranstaltungen der Bundeswehr teil.
  • Die verfügbaren Haushaltsmittel für die Nachwuchswerbung der Bundeswehr sind von neun Millionen Euro (1998) auf 27 Millionen Euro (2010) gestiegen.