3.500 unbegleitete Flüchtlingskinder wurden 2014 bisher auf dem Mittelmeer gerettet


terre des hommes und italienische Behörden vereinbaren Hilfen für Flüchtlingskinder in Syrakus/Sizilien

Syrakus/Osnabrück, 25.September 2014 – Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 sind 3.500 unbegleitete Flüchtlingskinder auf dem Mittelmeer gerettet worden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 7.800 Kinder von der italienischen Marine aufgegriffen. Die meisten von ihnen sind allein oder mit ihren Familien aus den Kriegs- und Krisengebieten in Nahost sowie Nord- und Ostafrika geflohen und nach Syrakus auf Sizilien gebracht worden. Dort landen wöchentlich drei Schiffe mit durchschnittlich jeweils 800 Flüchtlingen, die Aufnahmelager sind völlig überfüllt.

Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes und die Behörden in Syrakus haben ein Partnerschaftsabkommen geschlossen, um die Hilfe für diese Kinder fortzusetzen. »Die Aufnahmelager sind als Durchgangsstationen gedacht, doch viele Kinder bleiben dort Wochen und Monate. Ihre Zukunft ist völlig ungeklärt, sie sind oft verängstigt und traumatisiert und es fehlt an Betreuung. Psychosoziale Unterstützung wird ausschließlich von Hilfswerken wie terre des hommes geleistet, seitens der Behörden stehen hierfür keine Mittel zur Verfügung. Solche Unterstützung ist sehr wichtig, denn sie macht den Kindern neuen Mut und bedeutet eine positive Weichenstellung für ihr weiteres Leben«, erklärte Danuta Sacher, Vorstandsvorsitzende von terre des hommes, während des Besuches der Lager in Syrakus.

Angaben der Vereinten Nationen zufolge sind allein in diesem Jahr bisher rund 2.200 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. terre des hommes appelliert deshalb an die Europäische Union, Flüchtlinge großzügig aufzunehmen und ihnen einen sicheren Zugang nach Europa zu ermöglichen.

Die Internationale Föderation setzt sich mit ihrer Kampagne »Destination Unknown« für den Schutz von Flüchtlingskindern und Migranten ein. In Deutschland machen zum diesjährigen Tag des Flüchtlings am 26. September jugendliche terre des hommes-Aktivisten mit der Online-Aktion »Wo ist Mila?« auf das Schicksal von Flüchtlingskindern aufmerksam.