90 Prozent aller Opfer humanitärer Katastrophen sind Zivilisten


Zum Welttag der Humanitären Hilfe am 19. August

Osnabrück, 17. August 2016 – Anlässlich des Welttages der Humanitären Hilfe weist das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes darauf hin, dass weltweit rund 130 Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen sind. 80 Prozent des Bedarfs an humanitärer Unterstützung ist auf Kriege und bewaffnete Konflikte zurückzuführen. 90 Prozent aller Opfer humanitärer Krisen sind Zivilisten.

»In Syrien erleben wir die derzeit größte humanitäre Katastrophe als Ergebnis eines gezielten Krieges gegen die Zivilbevölkerung. Allein im Großraum von Aleppo sind Hunderttausende Menschen eingeschlossen und von Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung abgeschnitten. Solange die Kriegsparteien kein Interesse an einer Beendigung des Kampfes haben, muss es wenigstens verlässliche Feuerpausen und humanitäre Korridore geben, um eine Notversorgung der Menschen mit den dringendsten Hilfsgütern zu ermöglichen«, sagte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes. »Mein allerhöchster Respekt gilt den zahlreichen mutigen Helferinnen und Helfern, die sich trotz Bombenhagel und systematischer Zerstörung ziviler Infrastruktur zu den eingeschlossenen Menschen durchkämpfen, Verletzte bergen und den besonders leidenden und traumatisierten Kindern beistehen.«

Neben dem Nahostkonflikt erinnert terre des hommes auch an die Kriege und Konflikte beispielsweise in Südsudan, im Osten von Myanmar, im Jemen oder in Zentralafrika. Auch hier riskieren Helferinnen und Helfer ihr Leben im Dienste der Menschlichkeit. »Wir müssen uns bewusst sein, dass es in diesen von der Öffentlichkeit wenig beachteten Notlagen und Katastrophen immer die Nachbarn und örtlichen Gemeinschaften sind, die als erste helfen und ihre Lebensgrundlagen wieder aufbauen. Es ist deshalb für uns als Hilfsorganisation wichtig, nicht allein Hilfsgüter wie sauberes Wasser und Arzneimittel bereitzustellen, sondern auch in den Aufbau solcher zivilen Netzwerke und Gemeinschaften zu investieren«, so Albert Recknagel.