Aids: Keine Entwarnung trotz rückläufiger Zahlen


Im Jahr 2010 rund 340.000 Kinder neu mit HIV infiziert

Osnabrück, 30.11.2011 - Im letzten Jahr wurden rund 340.000 Kinder neu mit dem HI-Virus infiziert. Zwar ist damit der Anteil infizierter Kinder seit rund zehn Jahren kontinuierlich rückläufig, doch noch immer dramatisch hoch. Besondere Anstrengungen sind erforderlich, um die Mutter-Kind-Übertragung während der Schwangerschaft zu verhindern. Dies erklärte das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes anlässlich des Weltaidstages am 1. Dezember. »Es ist für Kinder überlebenswichtig, dass schwangere Frauen, die mit HIV infiziert sind, Zugang zu antiretroviralen Medikamenten bekommen, die die Mutter-Kind-Übertragung der Krankheit verhindern«, sagte Tanja Funkenberg, Gesundheitsexpertin von terre des hommes. »Mit der frühen Einnahme eines Medikamentencocktails bereits ab der 14. Schwangerschaftswoche können Frauen das Risiko der Übertragung auf ihr Ungeborenes auf unter fünf Prozent reduzieren. Nehmen Frauen bis zum 12. Lebensmonat des Kindes die Medikamente, können sie ihre Babys ohne großes Risiko stillen und geben damit ihrem Kind gute Voraussetzungen für einen gesunden Start ins Leben«, so Tanja Funkenberg. Voraussetzung hierfür sei allerdings, dass gerade für arme Frauen Gesundheitsleistungen wie Medikamente, HIV-Tests und Vorsorgeuntersuchungen kostenlos oder zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung stehen und Frauen nicht stigmatisiert werden oder Nachteile befürchten müssen, wenn sie einen Aids-Test machen. Die Stärkung der Rechte von Frauen sei ein wichtiger Beitrag gegen die HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind.

terre des hommes begrüßt die Auszahlung weiterer Mittel an den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria (GFTAM) durch die Bundesregierung. Jedoch sind weitaus mehr Mittel nötig, um die Krankheit effektiv zu bekämpfen. Entscheidend ist dabei, die Finanzierung von Gesundheitsprogrammen und die Ausgabe lebensrettender Medikamente verlässlich zu gestalten. »Nach einem Bericht des National AIDS Council (NAC) in Simbabwe sind drei Viertel der 300.000 in Therapie befindlichen Menschen in Gefahr, keine Medikamente zu bekommen. Unser Projektpartner MASO, der das Regierungsprogramm Simbabwes mit Aufklärungskursen zum Schutz vor HIV-Infektion begleitet, ist darauf angewiesen, dass die internationalen Geber die Gesundheitsprogramme langfristig absichern. Denn gegen Aids brauchen wir beides: Informationen zum Schutz vor Ansteckung, aber auch flächendeckend verfügbare Medikamente, die den Ausbruch der Krankheit verhindern oder verzögern«, sagte Tanja Funkenberg.

Um die Mutter-Kind-Übertragung zu stoppen, unterstützt terre des hommes die Kampagne »in 9monaten« des Aktionsbündnisses gegen Aids. Unterschriften werden unter www.in9monaten.de gesammelt.