Beschlüsse des EU-Sondergipfels zu Flüchtlingen greifen zu kurz


In Sicherheit: Flüchtlinge auf einem Rettungsboot der italienischen Marine

In Sicherheit: Flüchtlinge auf einem Rettungsboot der italienischen Marine

Osnabrück, 24. April 2015 – Die Beschlüsse des EU-Sondergipfels zur Erhöhung der finanziellen Mittel für die Seenotrettung im Rahmen der EU-Mission Triton reichen nicht aus, um das Sterben von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer zu stoppen. Sie zielen vor allem auf den Grenzschutz und die Bekämpfung von Schleppern, nicht jedoch auf den Schutz der Flüchtlinge.

»Hätten die Staats- und Regierungschefs der Schweigeminute ernsthafte humanitäre Verbesserungen folgen lassen wollen, hätten sie die Voraussetzungen für sichere legale und nicht lebensgefährliche Zugangsmöglichkeiten der Flüchtlinge nach Europa geschaffen und das Triton-Programm durch eine Rettungsaktion nach dem Vorbild von Mare Nostrum ersetzt«, erklärte Barbara Küppers, Kinderrechtsexpertin von terre des hommes.

terre des hommes hatte gestern erneut an die EU appelliert, endlich die Schutz- und Rettungssysteme für Flüchtlinge auszubauen. Hierzu sollten alle EU-Mitgliedsstaaten einen angemessenen finanziellen Beitrag leisten. Nach Angaben von Frontex sind 2014 280.000 Flüchtlinge und Migranten über das Mittelmeer nach Europa gekommen, was einem Anteil von 0,05 Prozent der Bevölkerung Europas entspricht. Dagegen haben sich rund 1,18 Millionen syrische Flüchtlinge  in den Libanon gerettet, was einem Anteil von 28 Prozent der Bevölkerung des Landes entspricht. »Wir hätten erwartet, dass die EU angesichts solcher Zahlen ihre Rolle als Wertegemeinschaft und Friedensnobelpreisträger ernst nimmt und endlich die Menschrechte der Flüchtlinge, die sich nach Europa retten wollen, in den Mittelpunkt ihrer Politik stellt«, so Barbara Küppers.

 

Positionspapier der Internationalen Föderation Terre des Hommes:
»There is no more time. Fortress Europe has to open its doors to human lives«
(PDF-Dokument)

Weitere Informationen: Destination Unknown