Bündnis fordert vom IOC eine Vorreiterrolle für saubere internationale Sportveranstaltungen


Menschenrechte und Korruptionsprävention müssen die Grundlage von Sport-Großveranstaltungen sein

Berlin, 05.12.2014 – Das Kinderhilfswerk terre des hommes fordert gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf, den Schutz der Menschenrechte, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und die Korruptionsprävention zur Grundlage der geplanten neuen Standards für die Olympischen Spiele zu machen. Anlass ist die IOC-Mitgliederversammlung am 8./9. Dezember, bei der die IOC-Mitglieder über die Olympische Agenda 2020 abstimmen.

Laut IOC soll die Agenda strategische Grundlage für die Zukunft der Olympischen Bewegung werden. Die Empfehlungen umfassen Maßnahmen gegen Diskriminierung, Standards für Arbeitsbedingungen sowie Vorschläge für mehr Transparenz und zu »Good Governance«. Die Nichtregierungsorganisationen unterstreichen in ihrem Brief, dass die fundamentalen Prinzipien der Olympischen Charta zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen und fehlender Transparenz bei Sport-Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen beachtet werden müssen. Sie fordern, Sport-Großveranstaltungen so zu organisieren, dass Menschenrechte, einschließlich der Rechte von Kindern und der Beschäftigten, sowie Erfordernisse des Umweltschutzes und der Korruptionsprävention von der Bewerbungsphase über die Vorbereitung bis zur Durchführung und abschließenden Berichterstattung beachtet werden.

»Vor allem Kinder aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen leiden unter den Auswirkungen von Sportgroßereignissen«, so Danuta Sacher, Vorstandsvorsitzende von terre des hommes. »Als internationale Hilfsorganisation setzt sich terre des hommes für den umfassenden Schutz der Rechte und der Interessen von Kindern bei Olympischen Spielen pder Fußballweltmeisterschaften ein. Zu diesem Zweck haben wir die internationale Aktion »Children WIN – Changing the Game of Mega Sport Events ins Leben gerufen«.

 

Zum Hintergrund

Unter anderem haben die Behandlung von Arbeitern beim Infrastrukturausbau für die Fußball Weltmeisterschaft 2022 in Katar, Polizeigewalt und Zwangsenteignungen in Brasilien vor der diesjährigen FIFA Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 sowie Korruptionsvorwürfe in internationalen und nationalen Sportorganisationen zu weltweiter Empörung geführt.

Zu den Unterzeichnern des Briefes an IOC-Präsident Dr. Thomas Bach gehören: Amnesty International, FIFPro – World Players’ Union, Football Supporters Europe, Human Rights Watch, International Trade Union Confederation, Supporters Direct Europe, Terre des Hommes International Federation und Transparency International Deutschland e.V.

Zum Brief: www.tdh.de/children-win