Die ersten 1.000 Tage im Leben sind entscheidend!


Neue Studie zur Bedeutung der Versorgung von Kleinkindern am Beispiel Indiens

Osnabrück, 26. Oktober 2011 – Der weltweite Kampf gegen die Mangelernährung muss deutlich verstärkt werden. Dies fordert das internationale  Kinderhilfswerk terre des hommes zum Abschluss des Weltgesundheitsgipfels in Berlin. »Da Mangelernährung verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern hat, sind die ersten 1.000 Tage im Leben eines Kindes besonders entscheidend«, so Tanja Funkenberg, Gesundheitsexpertin von terre des hommes. »Bekommt das Ungeborene oder der Säugling in dieser Zeit nicht genug Nährstoffe, wird das Immunsystem dauerhaft geschwächt, was Krankheiten wie Infektionen begünstigt.« Außerdem habe Mangelernährung meist auch negative Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten eines Kindes, so Funkenberg. »Die Versorgung mit ausreichender und nährstoffreicher Nahrung entscheidet in hohem Maße über die Lebenschancen eines jeden Kindes. Sie muss daher bei Armutsbekämpfung in ländlichen und städtischen Regionen ebenso Priorität haben wie in der Gesundheitspolitik und der Versorgung von Hungernden im Rahmen der Humanitären Hilfe«, sagte Tanja Funkenberg.

In Regionen, in denen Mangelernährung von Kindern verbreitet ist, muss die lokale Produktion von nahrhaften und gesunden Lebensmitteln gefördert werden. Dies schafft Arbeitsplätze und verringert die Abhängigkeit von ausländischer Hilfe und internationalen Agrarkonzernen. »Dafür müssen die Menschen jedoch genau wissen, welche Nahrungsmittel für Kleinkinder und Schwangere gesund und wichtig sind«, so Tanja Funkenberg. »Hierfür sind Bildungs- und Aufklärungsprogramme eine wichtige Voraussetzung.«

Im Rahmen des Weltgesundheitsgipfels wird terre des hommes am heutigen Mittwoch gemeinsam mit dem internationalen Gesundheitsnetzwerk Action for Global Health und der indischen Organisation Tathapi Trust Pune die Studie »A Review of Health of Children in India – The First Thousand Days of Life« vorstellen. Dort werden Gesundheitsrisiken von Kindern in Indien sowie staatliche Programme und Initiativen von Nichtregierungsorganisationen beschrieben. Der traurige Gesundheitszustand Millionen indischer Kinder zeige auf erschreckende Weise den geringen sozialen Stellenwert von Frauen, Kindern und gesellschaftlichen Minderheiten, heißt es in der Studie. Die indische Regierung wird aufgefordert, die staatlichen Gesundheitsausgaben auf sechs Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen und die Versorgungssysteme für  Kleinkinder deutlich auszubauen.

Studie  zum Download als PDF-Dokument