Ebola: Bündnis Entwicklung Hilft bittet um Spenden für die Menschen in Westafrika


Schulen, schützen, Ebola stoppen: Die Mitglieder des Bündnisses helfen mit ihren Partnern vor Ort

Berlin, 17. Oktober 2014 – Nach einem kurzen Rückgang der gemeldeten Neuinfektionen steigt die Zahl der Ebola-Übertragungen wieder an. Über 4.000 Menschen sind seit Ausbruch der Epidemie an Ebola gestorben. Diese Zahlen werden dramatisch explodieren, wenn die Hilfe für den Kampf gegen das Virus nicht schnell verstärkt wird. »Es ist kein Zufall, dass die gegenwärtige Ebola-Epidemie drei der ärmsten Länder der Welt trifft. Ebola ist ein Armenvirus, denn der fehlende Zugang zu sauberem Wasser und die miserable Ausstattung der Gesundheitssysteme hat die Verbreitung gefördert«, sagt Anne Jung, Gesundheitsreferentin bei dem Bündnis-Mitglied Medico International.

Das Bündnis Entwicklung Hilft ruft unter dem Stichwort »Ebola« zu Spenden für die betroffene Bevölkerung auf. Die Mitgliedsorganisationen des Bündnisses sind mit ihren Partnerorganisationen vor Ort und bitten dringend um Unterstützung.

Brot für die Welt
Die Mitgliedsorganisation Brot für die Welt unterstützt zwei kirchliche Gesundheitsorganisationen, die in Liberia und Sierra Leone ein Netz von Gesundheitsstationen betreiben – für viele auf dem Land der einzige Zugang zu medizinischer Versorgung. Um eine weitere Verbreitung des Ebola-Virus bis in Nachbarländer wie Benin, Elfenbeinküste oder Gambia zu verhindern, setzen die Partner vor allem auf Aufklärung und verbesserte Hygiene.

Gezielt werden Lehrkräfte, Gemeindemitarbeitende und andere lokale Vertreter einbezogen, die bei Versammlungen Übertragungswege und Schutzmaßnahmen erörtern. Poster und Faltblätter erläutern anschaulich die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen.

Brot für die Welt unterstützt zudem verschiedene Partner des Zivilen Friedensdienstes in Sierra Leone und Liberia.

Christoffel-Blindenmission (CBM)
Die CBM hat in Sierra Leone ein Projekt zur Bereitstellung psychosozialer Hilfsangebote für Verwandte von Betroffenen begonnen. Auch medizinisches Personal, das in der Ebola-Bekämpfung aktiv ist, profitiert von diesen Maßnahmen und erhält psychosoziale Unterstützung. Diese sogenannte Psychologische Erste Hilfe hat zum Ziel, die psychischen Belastungen der Betroffenen zu reduzieren und das Entstehen langfristiger psychischer Erkrankungen zu verhindern.

Ferner wird durch das Projekt weiteres Fachpersonal im Bereich der psychologischen Ersten Hilfe geschult – dabei insbesondere solche Personen, die mit Kindern zusammenarbeiten. In Zusammenarbeit mit der WHO und UNICEF beteiligt sich die CBM außerdem an der Erstellung von Trainingsmaterialien zum Thema Psychologische Erste Hilfe in der Ebola-Krise. Das Gesamtbudget des Projekts beträgt 58.000 Euro.

Medico International
Die lokalen Medico-Partner in Sierra Leone haben ihre laufende Arbeit in den Gemeinden angepasst. Jetzt geht es um Aufklärung von Tür zu Tür, um Debatten im Community Radio, das Training von Freiwilligen – damit die Menschen wissen, wie sie sich vor Ebola im Alltag schützen können und damit Kranke nicht ausgegrenzt werden.

Die Partner in Sierra Leone sprechen mit den Menschen in ihrer direkten Umgebung, um deutlich zu machen, was Ebola ist, warum bestimmte Maßnahmen ergriffen werden, was für den eigenen Schutz sinnvoll ist und wie Menschen betreut werden können, die eventuell infiziert sind. Sie sehen ihre Aufgabe auch darin, über die Situation der betroffenen Gemeinden zu berichten und dies an politische Entscheidungsträger weiterzugeben. Es geht weiterhin nicht nur darum, die Katastrophe zu überwinden, sondern auch nach der Epidemie weiterzumachen: Vorbeugung zu betreiben und das Recht auf Gesundheit und Gesundheitsversorgung tatsächlich in ein konkretes Infrastrukturprogramm von öffentlicher Gesundheit umzusetzen. Anne Jung sagt: »Die mit dem Globalisierungsprozess entstandenen Risiken dürfen nun nicht der Legitimation einer Politik der Abschottung dienen. Notwendig ist vielmehr ein globales Abkommen, das Krankheitsprävention und öffentliche Gesundheitssysteme auch in ärmeren Ländern ermöglicht.«

Misereor
Misereor organisiert gemeinsam mit dem Missionsärztlichen Institut Würzburg und einheimischen Partnerorganisationen umfangreiche Schulungs- und Aufklärungsmaßnahmen. Das Ziel: Die langfristige Verbesserung der Gesundheitssysteme in den von Ebola betroffenen westafrikanischen Ländern. Misereor stellt dafür 400.000 Euro Nothilfe zur Verfügung.

Die Misereor-Partnerorganisation »Mother Patern College of Health Sciences« in Monrovia, Liberia, wird vor allem im Bereich der Aufklärung zum Schutz vor Ebola beratend tätig werden. Das renommierte Ausbildungsinstitut, das in den Jahren nach dem Bürgerkrieg in Liberia eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau funktionsfähiger Gesundheitseinrichtungen einnahm, organisiert seit einigen Wochen gezielte Fortbildungen und beschafft die nötige Ausrüstung, um einen Beitrag zur Eindämmung der Ebola-Epidemie zu leisten.

Um die Handlungsfähigkeit von Gesundheitseinrichtungen in Liberia und auch in den Nachbarländern zu stärken, wird Misereor über das Missionsärztliche Institut nun eine Expertendelegation nach Liberia und ausgewählte Nachbarländer in Westafrika entsenden, um weitere Gesundheits- und Entwicklungsorganisationen präventiv zu unterstützen.

Welthungerhilfe
Die Welthungerhilfe wird in Südost-Liberia 19 medizinische Behandlungszentren für Ebola-Patienten bauen. Bald können dort rund 100 Patienten versorgt und von ihren gesunden Familienmitgliedern isoliert werden – eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Ebola.

Bereits seit Wochen ist die Welthungerhilfe hier im Einsatz, verteilt in den Dörfern Handwaschanlagen, Desinfektionsmittel, Seife, Chlor und Hygienekids. Auch werden Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums in den Gemeinden geschult und Patienten in die Versorgungszentren transportiert. Familien, die unter Quarantäne stehen, erhalten Nahrungsmitteln – die Welthungerhilfe sorgt schlicht für das tägliche Überleben.

Weiterhin arbeitet die Welthungerhilfe in Sierra Leone und Liberia mit lokalen Verwaltungen zusammen. Über sie werden die Menschen – zum Beispiel in Radiospots oder Theaterstücken – informiert, wie das Ansteckungsrisiko mit Ebola gering gehalten werden kann.

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.