Ermutigende Spendenbereitschaft für Flüchtlinge


Auf der Pressekonferenz »Hilfe für Menschen auf der Flucht« der Bundespressekonferenz lobten die Mitglieder des Bündnis Entwicklung Hilft das große Engagement der Bevölkerunggegenüber Flüchtlingen.

Berlin/Bonn, 03. September 2015 – Flucht und Migration stellen Europa vor neue Herausforderungen. Unvorstellbar ist das Leid von Millionen Menschen in ihren Herkunftsländern wie auf dem Weg in eine bessere Zukunft. Statt Abschottung muss eine neue Migrations- und Asylpolitik erarbeitet werden, die auch die Ursachen für Flucht und Vertreibung stärker in den Mittelpunkt stellt. Darin waren sich die Vertreter des Bündnis Entwicklung Hilft auf der Pressekonferenz »Hilfe für Menschen auf der Flucht« am 3. September einig. Die Bundespressekonferenz in Bonn hatte zu diesem Termin eingeladen und vier der sieben Mitglieder des Hilfswerkes auf dem Podium präsentiert.

Persönliches Engagement und Spendenbereitschaft

Seit dem 27. August 2015 bittet Bündnis Entwicklung Hilft unter dem Stichwort »Hilfe fürFlüchtlinge« um Spenden für die betroffenen Menschen. Hierbei wird das Bündnis erneut hervorragend durch Spendenaufrufe von der ARD unterstützt und kann so mit allen Mitgliedern und deren lokalen Partnern in mehr als 18 betroffenen Transit- und Aufnahmeländern Not lindern. Etwa 610.000 Euro erhielt das Bündnis seit rund einer Woche an Spendengeldern für die Hilfe von Flüchtlingen, eine ermutigende Summe. Simone Pott von der Welthungerhilfe und Vorstandsvorsitzende des Bündnis Entwicklung Hilft sagte: »Besonders in den Nachbar- und Transitländern sind wir und unsere Partnerorganisationen dringend auf finanzielleUnterstützung angewiesen, um die Menschen mindestens notdürftig versorgen zu können.«

Ein Ende der Not kann nur erreicht werden, wenn die Ursachen bekämpft werden. Hier ist die Entwicklungshilfe ebenso gefordert wie die Politik. »Die EU hat eine Milliarde Euro für das sogenannte Flüchtlingsmanagement angeboten. Das ist ein Hohn und geht an dem, was zu tun wäre, vorbei«, sagte Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international.

Insbesondere Schutz für Kinder und Jugendliche

Als regelrecht beschämend bezeichnete Danuta Sacher die Sperrung von Grenzen innerhalb Europas mittels Mauern und Stacheldraht. Die Vorstandsvorsitzende des Kinderhilfswerks terre des hommes drängte darauf, sofort humanitäre Korridore zu öffnen und erinnerte an die Verpflichtung der Staaten Europas, insbesondere Kinder und Jugendliche zu schützen. Sie sagte: »Nach geltendem Völkerrecht haben Flüchtlingskinder dieselben Rechte wie einheimische Kinder. Dass wir diesen Kindern angemessenen Zugang zu Gesundheit, Bildung und Wohnen ermöglichen, entscheidet über ihre ganze weitere Zukunft und auch über die Integrationschancen in ihrem Gastland.«

Das Schicksal von Kindern und Jugendlichen auf der Flucht schilderte Angelika Böhling von der Kindernothilfe eindrucksvoll. Sie kehrte erst vor einer Woche von einer Reise in den Libanon zurück; ein Land, in dem fast zwei Millionen syrische Flüchtlinge leben und damit ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Angelika Böhling sagte: »Die Bedingungen, unter denen die Flüchtlingsfamilien im Libanon leben sind absolut schwierig. Es gibt keine staatlicheFörderung, kaum Arbeit und die Unterkünfte sind eine Katastrophe. Hunderttausende Kinder gehen weder zur Schule noch haben sie einen Platz zum Spielen und Lernen. Wir dürfen nicht zusehen, wie eine ganze Generation ohne Zugang zu Bildung aufwächst. Der Libanon und die anderen Anrainerstaaten brauchen dringend mehr Unterstützung durch die EU.«

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor,terre des hommes, Welthungerhilfe und die assoziierten Mitglieder Deutsche Lepra- undTuberkulosehilfe sowie German Doctors leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute undlangfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

 

Weitere Informationen:
terre des hommes-Hilfe für Flüchtlinge
Bündnis Entwicklung Hilft