Gesetzliche Grundlage für Babyklappen überfällig!


Studie des Deutschen Jugendinstituts zu Babyklappen

Osnabrück, 4. März 2012 – Anlässlich der Ergebnisse einer Studie des Deutschen Jugendinstituts, in der bei zahlreichen Betreibern von Babyklappen erhebliche Mängel festgestellt wurden, erneuert das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes seine Forderung, den Betrieb von Babyklappen zu untersagen und den Empfehlungen zu folgen, die der Deutsche Ethikrat in seiner Stellungnahme »Zum Problem der anonymen Kindesabgabe« bereits vor mehr als zwei Jahren vorgelegt hat.

»Wir appellieren an den Gesetzgeber, die Vorschlägen des Deutschen Ethikrates vom November 2009 endlich ernst zu nehmen«, erklärte Dr. Bernd Wacker, Adoptionsexperte von terre des hommes. Das bedeute, Babyklappen sofort zu schließen, die Werbung mit Angeboten zu  Möglichkeiten zur anonymen Geburt zu untersagen und, wie vom Ethikrat vorgeschlagen, ein Gesetz zur »vertrauliche Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung« auf den Weg zu bringen. Demgemäß können Frauen, die ihr Neugeborenes nicht selbst aufziehen wollen oder können, sich für ein Jahr in die Obhut einer staatlich kontrollierten Beratungsstelle begeben, die ihnen in allen Fragen und Nöten beisteht und ihnen hilft, zu einer abgewogenen Klärung ihrer Situation zu  finden. Spätestens nach einem Jahr dann muss sich die Frau entscheiden, ob sie ihr Kind bei sich behalten oder zur Adoption freigeben will. »Erst damit«, so Wacker, »ist den Interessen beider Seiten – der der Mütter an Beratung, Hilfe und Schutz sowie denen des Kindes an der Wahrung des Rechtes auf Kenntnis seiner Abstammung ­ Genüge getan und darüber hinaus den Anforderungen des deutschen wie des internationalen Kinderschutzes Rechnung getragen.«

 

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