Gezielte Förderung von Mädchen rettet Leben


Erster Welt-Mädchentag der Vereinten Nationen am 11. Oktober

Osnabrück, 10.10.2012 - Anlässlich des ersten Welt-Mädchentages der Vereinten Nationen macht das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes darauf aufmerksam, dass Mädchen in zahlreichen Ländern und Gesellschaften diskriminiert und vernachlässigt werden. Bereits vor der Geburt fallen trotz gesetzlichen Verbotes allein in Indien Millionen weiblicher Föten selektiver Abtreibung zum Opfer. Mädchen werden bei der Versorgung mit Nahrung und Medizin benachteiligt, so dass ihre Sterblichkeitsrate deutliche höher ist als die gleichaltriger Jungen. Sie werden als Kinder vor der körperlichen Reife ungefragt verheiratet, ihnen drohen ungewollte Schwangerschaften und ein früher Tod im Kindbett. Auch die Bildungssituation von Mädchen ist deutlich schlechter als die der Jungen: Weltweit besuchen 75 Millionen Mädchen nicht einmal die Grundschule oder zumindest den untersten Jahrgang einer weiterführenden Schule.

Die strukturelle Diskriminierung von Mädchen ist ein Skandal. Es ist gut, dass die Vereinten Nationen mit einen Welt-Mädchentag darauf aufmerksam machen und Abhilfe schaffen wollen, erklärte Danuta Sacher, Vorstandsvorsitzende von terre des hommes. Der Schlüssel für Verbesserungen liegt nach den Erfahrungen aus unseren Programmen in der Aufklärung der Eltern und der besseren Schul- und Berufsausbildung für Mädchen. Wichtig ist auch, ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Das hilft ihnen, sich in der Gemeinschaft gegen Zwang und Ausbeutung zur Wehr zu setzen. Eines der zahlreichen von terre des hommes unterstützten Projekte, die diesem Ansatz folgen, unterstützt Mädchen im indischen Bundesstaat Rajasthan. Dort werden in der Regel Mädchen vor Vollendung des 15. Lebensjahres verheiratet und aus der Schule genommen. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat terre des hommes dort in 20 Dörfern ein Schutzprogramm mit mehr als 1500 Frauen und Mädchen gestartet. Aufklärungskampagnen richten sich an die Eltern, betroffene Mädchen erhalten gezielte sozialmedizinische Hilfen und Beistand bei Schwangerschaften. In Selbsthilfegruppen, die von Gemeindemitarbeiterinnen betreut werden, lernen die Frauen und Mädchen, ihre Interessen zu vertreten und sich an öffentlichen Förderprogrammen zu beteiligen.