Großes Hoffnungszeichen für Kinder mit HIV und Aids


Kampagne »Kinder ohne Aids: Medikamente und Tests für alle!«

Berlin, 30. November 2015 - Die Kampagne »Kinder ohne Aids: Medikamente und Tests für alle!« hat sich dafür eingesetzt, dass Kinder weltweit Zugang zu geeigneten und lebensnotwendigen Medikamenten und Tests bekommen. Ein Jahr lang hat das entwicklungspolitische Aktionsbündnis gegen Aids, bestehend aus knapp 300 Mitgliedsorganisationen, intensive politische Informations- und Überzeugungsarbeit dafür geleistet. Die Bundesregierung wird aufgefordert, mehr für den Kampf gegen HIV und Aids zu investieren und Druck auf die Diagnostikahersteller auszuüben, damit Preise sinken. 29.272 Unterschriften von engagierten Unterstützern wurden im Rahmen des Weltaidstags (1. Dezember) am 30. November dem Bundeskanzleramt übergeben.

»Bis Kinder weltweit ohne Aids aufwachsen können, wie in den nachhaltigen Entwicklungszielen vereinbart, müssen international verantwortliche Akteure noch viele Schritte unternehmen. Deshalb sind wir heute im Bundeskanzleramt«, ergänzte Marwin Meier, Kindergesundheitsexperte von World Vision. »Von der Bundesregierung erwarten wir mehr Investitionen. So können ärmere Staaten ihre lebenslang benötigten Behandlungsprogramme für alle Menschen ausweiten. Die bislang vernachlässigten Kleinkinder würden besonders davon profitieren. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria sollte mit mindestens 400 Millionen Euro jährlich unterstützt werden.«

»Pharmafirmen haben ihre Patente auf zentrale Kinderpräparate an den sogenannten Patentpool gegeben. In Zukunft können geeignete und bezahlbare HIV-Medikamente für Kinder durch Generikahersteller produziert werden und fast allen HIV-positiven Kindern weltweit zugutekommen«, sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses gegen Aids, Astrid Berner-Rodereda von Brot für die Welt. »Wenn nun für Kinder geeignete Medikamente mit weniger Alkoholgehalt und in Form von löslichen Tabletten und Granulaten hergestellt werden, ist das ein wichtiger Fortschritt«, ergänzte Tanja Funkenberg, Gesundheitsexpertin von terre des hommes Deutschland. »Es reicht aber nicht, solange noch nicht alle Kinder Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten und Tests haben.« Ende 2014 haben weltweit erst 32 Prozent der Kinder Zugang zu HIV-Medikamenten.

»Wichtig ist auch der flächendeckende Ausbau von sogenannten Viruslasttestmöglichkeiten, ohne die Kleinkinder nicht erfolgreich und nicht früh genug getestet werden können«, betont Frank Mischo, Aids-Experte der Kindernothilfe und Koordinator der Kampagne. »Ansonsten drohen 80 Prozent der betroffenen Kinder vor dem fünften Lebensjahr unbehandelt zu sterben.«