Hunger trifft besonders arme Kinder


Zum Welternährungstag am 16. Oktober

Osnabrück, 15.10.2012 - Weltweit sind etwa 100 Millionen Kinder unter fünf Jahren unterernährt. Jeden Tag sterben schätzungsweise 6.500 Kleinkinder einen vermeidbaren Tod an Krankheiten wie Durchfall, Lungenentzündung oder Malaria – Krankheiten, die sich durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung vermeiden oder lindern ließen. »Anlässlich des Welternährungstages fordern wir die Bundesregierung auf, in der eigenen und der internationalen Entwicklungszusammenarbeit verstärkt die kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion in Entwicklungsländern zu fördern«, sagte Tanja Funkenberg, Gesundheitsexpertin von terre des hommes. »Lokal angebaute, nährstoffreiche Nahrungsmittel sind der beste Weg, um die Ernährung und Gesundheit der Kinder vor Ort sicherzustellen.«

Etwa 165 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind ernährungsbedingt zu klein für ihr Alter. »Die schlechten Startchancen beginnen für viele Kinder in Afrika oder Indien bereits im Mutterleib«, so Tanja Funkenberg. »Eine untergewichtige schwangere Frau bringt häufig ein Kind mit zu geringem Geburtsgewicht auf die Welt. Sein Immunsystem ist anfällig für Infektionskrankheiten.« Wenn wichtige Nährstoffe fehlen, kann das zu unumkehrbaren Wachstumsstörungen oder Lernschwierigkeiten führen. Erkrankt zudem das Kind durch zum Beispiel unreines Wasser, so kann es nicht gegen den Infekt ankämpfen und stirbt ohne medizinische Versorgung an Durchfall. In den ersten 1.000 Lebenstagen ist die Ernährung für die weitere Entwicklung und die zukünftigen Lebenschancen eines Kindes von entscheidender Bedeutung. terre des hommes fördert deshalb zahlreiche Projekte, die wie beispielsweise in Simbabwe Basisgesundheitsversorgung mit Ernährungsberatung verbinden. »Neuerdings werden in manchen Ländern importierte Powerriegel verteilt, die Mangelernährung vorbeugen sollen. Dagegen sprechen wir uns entschieden aus, denn dies schafft Abhängigkeiten und hemmt die lokale Produktion«, erklärt Tanja Funkenberg.