Idomeni ist Fanal des Scheiterns der EU-Abschottungspolitik


Osnabrück, 25. Mai 2016 – Die Europäische Union muss Flüchtlingen endlich Schutz und gesicherten Zugang in ihre Mitgliedsländer gewähren. Die menschenunwürdigen Zustände in Idomeni sind ein Fanal des Scheiterns der Politik der Abschottung.

»Es ist richtig, die Flüchtlinge nicht länger solch katastrophalen Zuständen wie in Idomeni auszusetzen. Die Konsequenz kann nur sein, dass die Mitglieder der EU eine sichere Zuwanderung ermöglichen. Griechenland ist mit der Betreuung der Flüchtlinge völlig überfordert, die Versorgungslage ist in den meisten griechischen Aufnahmelagern genauso katastrophal wie in Idomeni«, sagte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes.

Von den gut 10.000 Flüchtlingen in Idomeni sind knapp die Hälfte Kinder und Jugendliche. terre des hommes fordert, dass die Bedürfnisse dieser Kinder und ihrer Familien bei der Räumung und Unterbringung berücksichtig werden. »Diese Kinder haben schon genug erlebt und durchlitten und brauchen nach Angaben unserer griechischen Partnerorganisation Arsis dringend Hilfe bei der Bewältigung ihrer traumatischen Erlebnisse«, so Albert Recknagel.

»Angesichts der großen Zahl von Flüchtlingen, die sich auf die lebensgefährliche Mittelmeerroute begeben, zeigt sich einmal mehr: Es war stets eine gefährliche Illusion zu glauben, dass mit der Schließung der Balkanroute der Zuzug von Menschen nach Mitteleuropa  gebremst werden könne. Solange Krieg und Umweltzerstörung den Menschen in Nahost und Afrika ihre Lebensgrundlage nehmen, wird der Zuzug Richtung Europa weitergehen.«