Keine Inhaftierung minderjähriger Flüchtlinge


Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni

Osnabrück, 19. Juni 2014 – Täglich werden weltweit mehrere zehntausend Kinder und Jugendliche auf der Flucht grundlos inhaftiert. Diese Zahlen ermittelte das Kinderhilfswerk terre des hommes im Rahmen seiner internationalen Kampagne »Destination Unknown«, mit der sich terre des hommes für den Schutz und die kindgerechte Betreuung von Flüchtlingskindern und Migranten einsetzt.

»Von den weltweit rund 44 Millionen Flüchtlingen sind fast die Hälfte Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Sie gehören nicht ins Gefängnis, sie brauchen Schutz und intensive Betreuung«, so Sonja Welp, Kinderrechtsexpertin von terre des hommes. »Besonders dramatisch ist die Situation in Libyen, wo Kinder und Jugendliche auf der Flucht aus Konfliktstaaten wie Eritrea, Somalia oder Syrien unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert werden. Dies geschieht häufig, um Familien zu zwingen, ihre Kinder freizukaufen. Jugendliche, die im Aufnahmelager in Lampedusa von terre des hommes betreut werden, berichten von Schlägen und Erniedrigung in libyschen Gefängnissen, einige wurden gefoltert.«

terre des hommes appelliert an die Bundesregierung und die Europäische Gemeinschaft, sich entschieden gegen diese gravierende Menschenrechtsverletzung an Kindern einzusetzen. Auch in Deutschland, ist die Inhaftierung minderjähriger Flüchtlinge zwecks Abschiebung als sogenanntes »letztes Mittel der Wahl« zulässig, wird allerdings nur selten praktiziert. CDU und SPD haben gegenüber terre des hommes erklärt, diese Praxis beenden zu wollen. terre des hommes fordert die Regierungsparteien auf, die Inhaftierung minderjähriger Flüchtlinge zum Zwecke der Abschiebung konsequenterweise gesetzlich aufzuheben.

terre des hommes betreut Flüchtlingskinder in italienischen Erstaufnahmezentren und unterstützt in Deutschland Projekte, in denen minderjährige Flüchtlinge unterstützt und gefördert werden.

 

Hinweis an Redaktionen: Im Rahmen der Kampagne »Destination Unknown« organisiert die Internationale Föderation Terre des Hommes heute in Genf gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingskommissariat, Regierungsvertretern und Menschenrechtsorganisationen eine Anhörung über Alternativen zur Inhaftierung von Flüchtlingskindern. Mehr dazu: http://destination-unknown.org/