»Keine Zukunft ohne Gerechtigkeit«


Civil Society Reflection Group veröffentlicht Bericht

Uppsala/New York/Peking/Manila/Montevideo/Berlin/Osnabrück, 5. Juni 2012: Eine Gruppe von 18 Aktivist/innen der Zivilgesellschaft und Wissenschaftler/innen aus aller Welt veröffentlicht heute einen gemeinsamen Bericht mit dem Titel »No future without justice«. Zwei Wochen vor der UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung (Rio +20), verlangt der Bericht wesentliche politische Veränderungen, um die grundlegenden Ursachen der vielfältigen Krisen der Welt zu überwinden. Die Gruppe fordert:

»Die Regierungen müssen endlich Lehren aus den globalen Krisen ziehen, die konventionellen Entwicklungskonzepte und –ziele hinterfragen und die Modelle und Maßstäbe für Entwicklung und sozialen Fortschritt überdenken – im Norden wie im Süden. Rio+20 und die aufkommenden Diskussionen über eine globale Entwicklungsagenda nach dem Jahr 2015 bieten einmalige Gelegenheiten, das gegenwärtige Entwicklungsparadigma zu überwinden und Strategien für einen ganzheitlichen, rechtebasierten Entwicklungsansatz zu entwickeln.«

„Die Regierungen haben es bisher versäumt, ihre Politik  in Einklang mit den vereinbarten Grundsätzen der Nachhaltigkeit und der Menschenrechte zu bringen. Stattdessen ist die Politik viel zu oft sektoral fragmentiert und weiterhin durch ein übermäßiges Vertrauen in das Wirtschaftswachstum und die Selbstregulierung der Märkte gekennzeichnet. Neue Konzepte wie ‚grünes Wachstum‘ sind bestenfalls Versuche, die Symptome der Probleme anzugehen, ohne ihre Ursachen zu bewältigen. Stattdessen sind grundlegenden Veränderungen auf drei Ebenen notwendig:

  • Wandel der Denkweisen, der Leitbegriffe und Indikatoren von Entwicklung und Fortschritt.
  • Wandel in der Wirtschafts-, Finanz-, Umwelt- und Sozialpolitik, um soziale Ungleichheiten und die Zerstörung der Natur zu überwinden und nachhaltiges Wirtschaften zu stärken.
  • Wandel von Institutionen und Governance-Mechanismen auf nationaler und internationaler Ebene.«

Die Civil Society Reflection Group on Global Development Perspectives (so der offizielle Name der Gruppe) unterbreitet in ihrem Report konkrete Vorschläge für fiskalische und regulatorische Reformen. Die Gruppe fordert eine substantielle Stärkung demokratischer Governance auf nationaler und globaler Ebene und formuliert Rahmenbedingungen und Prinzipien für Globale Nachhaltigkeitsziele (Global Sustainability Goals).

Der vollständige Bericht ist in der Serie Development Dialogue (Development Dialogue Nr. 59/Juni 2012) der Dag Hammarskjöld Foundation in Zusammenarbeit mit Social Watch, Third World Network, Development Alternatives with Women for a New Era (DAWN), der Friedrich-Ebert-Stiftung, Global Policy Forum und terre des hommes veröffentlicht. Der Bericht (in englischer Sprache) ist frei zugänglich unter: www.globalpolicy.org/images/pdfs/dd59_web_optimised_single.pdf

Die Executive Summary des Reports ist wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Reihe International Policy Analysis (Juni 2012) veröffentlicht und steht zum Download bereit (PDF-Dokument)

Der Report wird offiziell an der Konferenz der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro am Samstag, 16. Juni 2012, 11:30 Uhr, Raum T8, RIOCENTRO vorgestellt. Er wird auch gemeinsam mit dem ersten Global State of Civil Society Bericht von CIVICUS, am 17. Juni um 11:00 Uhr, auf der internationalen Buchmesse in Kapstadt vorgestellt.

Mitglieder der Civil Society Reflection Group on Global Development Perspectives:
Alejandro Chanona Burguete (UNAM, Mexiko), Barbara Adams (Global Policy Forum Europe, USA), Beryl d'Almeida (ABC, Zimbabwe), Chee Yoke Ling (Third World Network, China), Danuta Sacher (terre des hommes, Deutschland), Ernst Ulrich von Weizsäcker (International Resource Panel, Deutschland), Filomeno Santa Ana III (Action for Economic Reform, Philippinen), George Chira (terre des hommes, Indien), Josefa 'Gigi' Francisco (Development Alternatives with Women for the New Era, Philippinen), Henning Melber (Dag Hammarskjöld Foundation, Schweden), Hubert Schillinger (Friedrich-Ebert-Stiftung, Deutschland), Jorge Ishizawa (PRATEC, Peru), Dasho Karma Ura (Centre for Bhutan Studies, Bhutan), Roberto Bissio (Social Watch, Uruguay), Victoria Tauli-Corpuz (Tebtebba Foundation, Philippinen), Yao Graham (Third World Network Africa, Ghana), Jens Martens (Coordinator, Global Policy Forum Europe, Deutschland), Wolfgang Obenland (Assistant Coordinator, Global Policy Forum Europe, Deutschland).

Für weitere Informationen:
Kontakt: Jonas Schubert
terre des hommes
Telefon: 05 41 / 71 01-106
eMail: j.schubert@tdh.de