Kinderausbeutung kann gestoppt werden


Armutsbekämpfung und Bildung sind entscheidend

Osnabrück, 6. Oktober 2013 - Auf Initiative der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) treffen sich vom 8. bis 10. Oktober Vertreter von Regierungen, Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Nichtregierungsorganisationen in Brasiliens Hauptstadt Brasilia, um über Wege zur Abschaffung von Kinderarbeit zu beraten.

Die Zahl der Kinderarbeiter ist zwar nach den neuesten Schätzungen der ILO weltweit von 215 Millionen (2008) auf 168 Millionen  gesunken. Das auf der letzten ILO-Weltkonferenz 2010 in Den Haag erklärte Ziel, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2016 abzuschaffen, wird aber voraussehbar nicht erreicht werden.

Der stärkste Rückgang  ist in Asien zu verzeichnen. »Hier zahlt sich die Investition in Bildung und soziale Grundversorgung aus«, so George Chira, der in Südasien die terre des hommes-Projekte gegen ausbeuterische Kinderarbeit eng begleitet. »In Indien gibt es zum Beispiel seit 2010 ein Gesetz, für das terre des hommes und seine Partner über zehn Jahre lang gekämpft haben. Es garantiert  allen Kindern das Recht auf freie und verpflichtende Grundbildung, inklusive Schulessen und Transport. Das hat dazu geführt, dass jetzt viel mehr Kinder zur Schule gehen, anstatt zu arbeiten.«

»Kinderarbeit und Armut sind untrennbar miteinander verknüpft«, so Iris Stolz, Kinderechtsreferentin bei terre des hommes. »Deshalb erwarten wir von der Konferenz, dass sie vor allem die Ursachen von Armut und Ausbeutung in den Blick nimmt und dabei auch auf die Stimmen der Betroffenen hört. Die arbeitenden Kinder wissen meistens sehr genau, was sie brauchen und wie ihnen geholfen werden kann. Patentrezepte gibt es nicht, für jede Situation muss eine individuelle Lösung  gefunden werden. In Lateinamerika unterstützt terre des hommes auch Organisationen arbeitender Kinder darin, ihre Interessen selbstbewusst zu formulieren und zu vertreten. Dort sagen diese Kinder, die Erwachsenen sollten erst mal die Ausbeutung und die Armut verbieten, dann könnten sie die Kinderarbeit kritisieren.«

terre des hommes unterstützt zahlreiche Programme, die arbeitende Kinder bei der Wahrnehmung ihrer Rechte stärken und ausgebeuteten Kindern Alternativen bieten, die auf ihre konkrete Lebenssituation zugeschnitten sind: zum Beispiel eine Ausbildung, ergänzenden Unterricht oder Unterstützung bei der Beantragung von staatlichen Sozialhilfen.