Konfliktparteien der »Liste der Schande« auch konsequent ächten!


Resolution des UN-Sicherheitsrates zum Schutz von Kindern in Kriegsgebieten

Osnabrück, 12 Juli 2011 – terre des hommes begrüßt die Initiative von Bundesaußenminister Guido Westerwelle zu einer Resolution für den besseren Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten. Hierüber debattiert der UN-Sicherheitsrat unter dem Vorsitz Deutschlands in New York heute ab 16 Uhr MEZ. In der Resolution geht es darum, künftig auch solche Konfliktparteien auf einer sogenannten »Liste der Schande« zu nennen, die Schulen und Krankenhäuser angreifen und damit das Völkerrecht und die Kinder- und Menschenrechte verletzen. »Wir halten es für ein gutes Signal der Übernahme internationaler Verantwortung, dass Deutschland als Vorsitzender im UN-Sicherheitsrat diese Initiative auf den Weg gebracht hat«, erklärte Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte von terre des hommes. »Regierungsarmeen und bewaffnete Oppositionsgruppen, die Schulen und Krankenhäuser angreifen, werden dann für diese massive Verletzung des Völkerrechts und der Kinderrechte an den Pranger gestellt. Sie alle haben einen Ruf zu verlieren, denn nach unseren Erfahrungen taucht keiner gern auf dieser Liste der Schande auf.«

Allerdings müsse diese Liste auch politische Konsequenzen haben, so terre des hommes. Diese könne Außenminister Westerwelle gleich bei seinem bevorstehenden Besuch in Kolumbien ziehen, wo Übergriffe gegen Zivilisten und Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung seien. »Viele Schülerinnen und Schüler mit einem langen, gefährlichen Schulweg übernachten unter der Woche in der Schule und trauen sich nur in großen Gruppen und mit Erwachsenen an Wochenenden nach Hause. Für die regelmäßigen Überfälle auf diese Kinder und Jugendlichen sind sowohl die staatliche Armee als auch nichtstaatliche Gruppen wie Guerilla und Paramilitärs verantwortlich«, so Ralf Willinger. terre des hommes erwarte, dass die Bundesregierung sich im Sinne der Sicherheitsrats-Initiative gegenüber Kolumbien für die Wahrung der Menschenrechte einsetze.

Nach dem letzten Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern in bewaffneten Konflikten vom April 2011 finden in mindestens 15 von 22 beobachteten Konfliktländern Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser statt. Krankenhäuser, Schulen, Schüler und Lehrer werden bedroht und attackiert, Jungen und Mädchen werden als Soldaten zwangsrekrutiert und vergewaltigt. Oft würden Schulen und Krankenhäuser von bewaffneten Gruppen und Armeen als Gefechtsstützpunkte genutzt. Dies mache sie zu Angriffszielen, gefährde die Zivilbevölkerung und insbesondere die Kinder und führe oft dazu, dass der Schulbetrieb eingestellt werden muss und die Kinder keine Schulbildung mehr bekommen.

terre des hommes setzt sich mit Projekten, Nothilfe und Lobbyarbeit in Konfliktländern für den Schutz und die Rechte der Kinder ein, unter anderem in Kolumbien, Burma, Thailand und den Philippinen.