Meilenstein für Kinderrechte


Zum Tag der Kinderrechte am 20. November: terre des hommes begrüßt Ratifikation des Fakultativprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention durch den Bundestag

Osnabrück, 19. November 2012 – Das internationale Kinderhilfswerk begrüßt die schnelle Ratifikation des Fakultativprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention durch den deutschen Bundestag als Meilenstein für die Kinderrechte. Als dritter Staat nach Gabun und Thailand eröffnet Deutschland damit Kindern die Möglichkeit, die Verletzung ihrer in der Kinderrechtskonvention niedergelegten Rechte vor dem UN-Kinderrechtsausschuss vorzubringen.

»Mit der Ratifikation stärkt Deutschland Kinder als Träger eigener Rechte und setzt hoffentlich auch ein wegweisendes Signal an viele weitere Staaten, das Protokoll ebenfalls zu ratifizieren«, erklärte Danuta Sacher, Vorstandsvorsitzende von terre des hommes. Das Protokoll wird drei Monate, nachdem der zehnte Staat es ratifiziert hat, für Deutschland in Kraft treten. »Die UN-Kinderrechtskonvention und ihre Umsetzungsmechanismen sollten in der juristischen Ausbildung und auch im Schulunterricht einen zentralen Platz einnehmen. Dies ist eine wichtige Aufgabe für Bund, Länder und Kommunen«, so Sacher.

Einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Kinderrechte leisten seit vielen Jahren die über 2.500 Kinder und Jugendlichen, die sich am morgigen Tag der Kinderrechte in 80 Städten wieder an der bundesweiten terre des hommes-Aktion »Straßenkind für einen Tag« beteiligen. Sie putzen Schuhe, waschen Autoscheiben, betteln oder musizieren und machen so darauf aufmerksam, dass weltweit nach wie vor die Rechte vieler Kinder verletzt werden.

»Dass Deutschland jetzt Kindern auf internationaler Ebene die Möglichkeit eröffnet, sich über Rechtsverletzungen zu beschweren, ist auch eine Bestärkung für die vielen tausend Schüler und Lehrer, Kinder, Eltern und Jugendlichen, die immerhin bereits seit 1998 mit uns für Kinderrechte aktiv sind und jedes Jahr zum 20. November, dem Jahrestag der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention 1989, für diese Kinderrechte auf die Straße gehen«, so Danuta Sacher.