Minderjährige Flüchtlinge besonders schützen


terre des hommes-Appell an die Innenministerkonferenz

Osnabrück, 3. Dezember 2013 – Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes begrüßt, dass die Innenminister auf ihrer Tagung vom 4. bis 6. Dezember in Osnabrück auch über Flüchtlingspolitik beraten.

In den letzten 25 Jahren sind an den Außengrenzen der Europäischen Union mehr als 19.000 Flüchtlinge umgekommen. Angesichts dieser Zahl und der dramatischen Situation der Menschen in vielen Konfliktgebieten und Transitländern fordert terre des hommes, die Menschenrechte von Flüchtlingen zu achten und zu garantieren. Gemeinsam mit Fachverbänden der Flüchtlingsarbeit setzt sich terre des hommes dafür ein, dass mehr Menschen in Deutschland Zuflucht und sichere Aufnahme finden.

terre des hommes fordert die Innenminister des Bundes und der Länder deshalb auf:

  • Setzen Sie sich auf Bundes- und EU-Ebene für einen sicheren Zugang der Flüchtlinge nach Europa ein. Anträge sollten auch bei den deutschen Botschaften im Ausland, auf dem Meer und an den Grenzen der EU gestellt werden dürfen.
  • Gewähren Sie Kindern und Jugendlichen insbesondere aus Konfliktgebieten langfristige Aufenthaltsmöglichkeiten und Zugang zu Bildung, damit diese Kinder sich integrieren und eine Perspektive entwickeln können.
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass alleinfliehende Kinder eine Aufenthaltserlaubnis bekommen, wenn sich im Herkunftsland keine Eltern oder Personenberechtigte mehr aufhalten. Duldungen und die damit verbundene drohende Abschiebung setzten traumatisierte Kinder und Jugendliche unter extremen psychischen Stress.
  • Setzen Sie sich dafür ein, die verbliebenen libyschen Flüchtlinge aus dem Lager Choucha in Tunesien in Deutschland aufzunehmen.

Von den weltweit rund 45 Millionen Flüchtlingen sind knapp die Hälfte Kinder und Jugendliche. terre des hommes unterstützt Projekte für Kinder in Not und engagiert sich international  mit der Kampagne »Destination Unknown« für Flüchtlingskinder und minderjährige Migranten. terre des hommes hilft syrischen Kindern in jordanischen und libanesischen Lagern und auf Lampedusa und fördert in Deutschland Projekte, in denen traumatisierte Flüchtlingskinder behandelt werden und Betreuung bei Sprach- und Schulproblemen erhalten.