Spielen verbindet Generationen und Kulturen


Zum Welttag für das Recht auf Spiel am 28. Mai

Osnabrück, 26. Mai 2016 – Spiel und Sport fördern kreative Potentiale von Kindern, erleichtern das Lernen in der Schule und stärken die Persönlichkeitsentwicklung. Spielend entwickeln Jungen und Mädchen soziale Kompetenzen, lernen den Aufbau von Kontakten, entwickeln Regeln für das Miteinander und übernehmen Verantwortung. Sport und Spiel tragen zum Erreichen  klassischer Entwicklungsziele wie Gesundheit, Bildung oder Gleichstellung der Geschlechter bei.

Eine wichtige Rolle nimmt Spiel auch in den Projekten für Flüchtlingskinder in Deutschland ein. Hier geht es vor allem darum, Integration zu fördern und Jungen und Mädchen dabei zu helfen, schlimme Erlebnisse in ihrer Heimat oder auf der Flucht besser zu bewältigen. »Spielen kann Brücken bauen zwischen unterschiedlichen Kulturen. Die Verständigung funktioniert oftmals ohne Worte. Kinder aus unterschiedlichen Ländern erschließen sich im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch eine ihnen fremde Kultur und entdecken  Neues wie auch Gemeinsamkeiten«, erklärte Claudia Berker, terre des hommes-Themenexpertin für das Recht auf Spiel. »Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen in Asien, Afrika, Lateinamerika und Deutschland seit Jahren auf vielfältige Weise für die Umsetzung des Kinderrechts auf Spiel ein. Freies Spielen ohne konkreten Zweck hat dabei genauso seine Berechtigung wie organisiertes Spielen oder Sport, wo Themen wie Teamgeist oder gesunder Lebensstil vermittelt werden.«

In der Kinderrechtkonvention der Vereinten Nationen ist das »Recht auf Erholung, Spiel und eine altersgemäße Freizeitgestaltung« ebenso völkerrechtlich verbrieft wie der Anspruch auf  grundlegende Bedürfnisse wie Bildung, Ernährung und Gesundheitsversorgung. »Doch für viele Kinder in reichen wie in armen Ländern ist die Gelegenheit zu spielen keine Selbstverständlichkeit. Fehlende Spielflächen und wachsender Leistungsdruck, aber auch Krisenphänomene wie Kinderarbeit und Vertreibung und natürlich die Unwissenheit über den Wert von Spiel für die Entwicklung nehmen vielen Kindern diesen natürlichsten Teil von Kindheit«, so Claudia Berker.

Am Welttag des Spiels sind Partnerorganisationen von terre des hommes unter anderem in Indien, Brasilien, Südafrika, Mosambik, Simbabwe und Deutschland aktiv. Gemäß dem diesjährigen Motto »Spielen für jedes Alter« sind beispielsweise simbabwische Großmütter eingeladen, mit ihren Enkeln die Spiele ihrer Kindheit zu spielen. In der Innenstadt von Johannesburg in Südafrika wird ein Straßenteil zum Spielplatz für Jung und Alt. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, dass es immer weniger sichere Spielräume für Kinder in Städten gibt. Eine von terre des hommes unterstützte Flüchtlingsinitiative im Raum Osnabrück veranstaltet einen bunten Spielenachmittag für Kinder aus verschiedenen Kulturen.

 

Ein Beispiel aus einem von terre des hommes geförderten Projekt in Indien finden Sie hier: »Right to Play India 2016« (Video, 6 Min)