Starke Vorsorge vor Naturkatastrophen für Philippinen dringend


Jahrestag des Taifuns Haiyan am 8. November

Osnabrück, 6 November 2014 – Die philippinische Regierung ist in der Pflicht, die nationalen Vorsorgesysteme zum Schutz vor Naturkatastrophen weiter auszubauen. Dazu gehört vor allem, die gefährdeten Gemeinden im Umgang mit Katastrophensituationen zu schulen und Infrastrukturen für sichere Evakuierungen zu schaffen. Dies erklärte das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes anlässlich des Jahrestages des Taifuns Haiyan, der am 8. November letzten Jahres große Zerstörungen anrichtete und rund 7.000 Menschen das Leben kostete.

Nach dem kürzlich vom Bündnis Entwicklung Hilft herausgegeben Weltrisikobericht 2014 sind die Philippinen nach dem pazifischen Inselstaat Vanuatu das Land mit dem weltweit höchsten Risiko, Opfer einer Naturkatastrophe zu werden. »Dazu gehören vor allem Taifune, von denen die Philippinen regelmäßig heimgesucht werden und deren  Häufigkeit und Ausmaß angesichts von Erderwärmung und Klimawandel vermutlich noch zunehmen«, erklärte Danuta Sacher, Vorstandsvorsitzende von terre des hommes. »Es ist eine Aufgabe des Staates, die Selbsthilfesysteme vor Ort zu stärken und dafür zu sorgen, dass Erwachsene und Kinder auf Dorfversammlungen, in Schulen und Kindergärten lernen können,  sich vor solchen Katastrophen zu schützen.« Die philippinische Regierung müsse endlich den nationalen Katastrophenvorsorgeplan umsetzen.

terre des hommes und seine Partnerorganisationen haben sofort nach dem Taifun Hilfsmaßnahmen gestartet. Mehr als 27.000 Menschen in 73 Dörfern bekamen Lebensmittel und Medikamente, Kochutensilien, Hygieneartikel, Schlafmatten und Moskitonetze sowie Material zum Bau von Notunterkünften. Verängstigte und traumatisierte Kinder erhielten psychosoziale Unterstützung in geschützten Räumen, Spiel- und Therapieangebote, die sich bereits nach dem Tsunami 2004 als erfolgreich erwiesen hatten. Nach der akuten Nothilfe wurden Katastrophenpräventionsmaßnahmen in alle Projektaktivitäten integriert. Mittlerweile ist der Wiederaufbau der Häuser und Infrastruktur gut vorangeschritten, und viele Schulkinder konnten das im März endende Schuljahr abschließen.

Video »Philippinen: Ein Jahr nach dem Taifun«