Textilhandelshäuser gesetzlich in die Pflicht nehmen


Zum ersten Jahrestag des Rana Plaza-Einsturzes am 24. April in Bangladesch

Osnabrück, 23. April 2014 – Textilunternehmen müssen gesetzlich verpflichtet werden offenzulegen, wo und unter welchen Bedingungen ihre Produkte hergestellt werden. Nur so können Menschen- und Kinderrechtsverstöße entlang der langen Lieferkette vom Baumwollfeld bis zur Ladentheke sichtbar gemacht werden. Dies erklärte das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes zum Jahrestag des Einsturzes des Rana Plaza-Gebäudes in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs. Dort waren am 24. April 2013 über 1.100 Arbeiterinnen und Arbeiter ums Leben gekommen.

»Dass ein längst überfälliges Abkommen zur Feuer- und Gebäudesicherheit nach der Katastrophe zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern, großen Textilhandelshäusern, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Regierung von Bangladesch unterzeichnet wurde und nun umgesetzt wird, ist positiv zu bewerten, reicht aber bei weitem nicht«, erklärte Iris Stolz, Kinderrechtsexpertin von terre des hommes. »Um die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, wirkungsvoll vor Ausbeutung und Lebensgefahr zu schützen, müssen die Sozial- und Sicherheitsstandards bei der gesamten textilen Lieferkette in den Blick genommen werden. Neben den Nähereien müssen auch die Baumwollfelder, die Färbereien und Spinnereien, die Subunternehmer und in Heimarbeit fertigenden Zulieferer kritisch beleuchtet werden. Überall dort werden besonders junge Mädchen unter oftmals sklavenähnlichen Bedingungen ausgebeutet.«

terre des hommes fordert, dass Textilunternehmen gesetzlich verpflichtet werden offenzulegen, wo und unter welchen Bedingungen ihre Produkte hergestellt werden. Ferner verlangt terre des hommes verbindliche Mindeststandards bei der Entlohnung sowie den Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken. »Diese Mitverantwortung der Unternehmen darf keine freiwillige Geste bleiben, sondern sie muss die politisch regulierte und überwachte Pflicht eines jeden Unternehmens sein«, so Iris Stolz


Lesen Sie den vollständigen Kommentar von Iris Stolz: »Angekündigte Katastrophen«