Die Nicht-Regierungsorganisation Krousar Themy wurde 1991 in einem Flüchtlingslager an der kambodschanisch -thailändischen Grenze gegründet. Zurzeit führt Krousar Thmey 46 Projekte in Kambodscha durch. Im Fokus der Organisation stehen Bildung und Schule, das Wohlergehen von Kindern und Weitergabe der traditionellen Künste. Zielgruppe sind benachteiligte Kinder, insbesondere Straßenkinder.
terre des hommes unterstützt das Psar Depot Street Children Centre in Phnom Penh. Es werden drei Formen von Straßenkindern unterschieden: Straßenkinder die mit ihrer Familie auf der Straße leben, Straßenkinder die tagsüber auf der Straße arbeiten, aber zum Übernachten nach Hause gehen und Straßenkinder die ohne Kontakt zu ihrer Familie durchgehend auf der Straße leben.
Das Drop in Center bietet im Normalfall Unterkunft für 30 Straßenkinder. Zurzeit sind jedoch 36 Kinder im Center, davon 22 Jungs und 14 Mädchen.
Die Kinder sind im Alter von 6-14 Jahren. Seit 2000 nimmt die Anzahl der untergebrachten Mädchen zu. Dies führt die Direktorin des Drop-In Centers auf zunehmende Verletzlichkeit von Mädchen wie auch auf ein wachsendes Vertrauen in die Organisation zurück.
Die Kinder können zwischen 3-6 Monate im Center bleiben. Durch ehemalige Straßenkinder, die Polizei, lokale Behörden oder durch die Sozialarbeiter/Street-worker (outreach-Staff) kommen die Kinder ins Center. Die Mitarbeiter des Centers suchen die Straßenkinder regelmäßig an ihren Orten auf und versuchen ihr Vertrauen zu gewinnen und sie zu überzeugen, ins Center zu kommen.
Die Kinder besuchen während ihres Aufenthalts den Unterricht, der im Center angeboten wird (Mathematik, Englisch, Khmer Literatur). Die Kinder werden aufgeklärt über Menschen- und Kinderrechte, HIV/ Aids, Gesetze gegen Kinderhandel und Drogengebrauch, Gesundheit und Hygiene sowie über die Risiken des Drogengebrauchs. Tanzen, singen, malen und das Herstellen von Origami-Figuren sind Bestandteile des Angebots. Darüber hinaus vermittelt das Center in Zusammenarbeit mit anderen NGOs berufliche Ausbildung wie Friseur oder Schneider.
Oberstes Ziel ist die Reintegration in die Familie. Sobald ein Kind im Center aufgenommen wurde, versuchen die Mitarbeiter möglichst viel über den Hintergrund und die Vergangenheit des Kindes herauszufinden. Sie nehmen Kontakt mit der Familie und/oder Nachbarn auf und fahren zu diesem Zweck auch in die Heimatprovinz der Kinder. Sollte eine Integration möglich sein, und das Kind wurde in die Familie zurückgeführt, halten die Mitarbeiter auch weiterhin Kontakt zu dem Kind, besuchen es zwischen 1 und 3-mal im Monat. Der Kontakt zur Schule vor Ort wird gehalten um zu gucken, ob das Kind die Schule besucht oder aufgrund von wiederkehrenden Problemen in der Familie davon abgehalten wird. Ebenfalls zusammengearbeitet wird mit dem lokalen Amt für Soziales.
Sollte eine Reintegration in die Familie nicht möglich sein, oder die Eltern ihre Kinder nicht wieder aufnehmen wollen, können die Kinder in Family Houses untergebracht werden.
Die »Familiy Houses« funktionieren wie ein Art Pflegefamilie. Die ehemaligen Straßenkinder sind gemeinsam mit bis zu 10 weiteren Straßenkindern in einer Familie untergebracht. Dort leben sie gemeinsam mit ihren Pflegeeltern und deren eigenen Kindern. Alle Pflegeeltern haben mindestens 2 eigene Kinder. Der Vater hat einen festen Arbeitsplatz. Krousar Thmey stellt das Haus und unterstützt die Familie finanziell mit 20 $ pro Kind sowie 80 $ pro Monat für die Mutter, die nicht arbeiten gehen kann. Mitarbeiter des Drop-In Centers stehen bei Problemen zur Verfügung. Krousar Thmey möchte den Straßenkindern mit dieser Art der „Erstatzfamilie“ das Gefühl vermitteln in einer Familie und in einem Dorf zu leben. Im Gegensatz zur abgeschnittenen und vielleicht eher distanzierten Heimatmosphäre.