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Daten und Fakten

Was sind ökologische Kinderrechte

Obwohl sich 193 Staaten mit der Ratifizierung der Kinderrechtskonvention laut Artikel 24 dazu verpflichtet haben, Kindern das Recht auf bestmögliches Gesundheit, sauberes Trinkwasser und ausreichende vollwertige Nahrung zu gewähren, wird Millionen Kindern durch Umweltzerstörung ihre Lebensgrundlage genommen.

Kindliche Immun- und Entgiftungssysteme sind weniger entwickelt und damit anfälliger als die von Erwachsenen. Die Aufnahme von großen Mengen an Schadstoffen kann deshalb bei Kindern bleibende Entwicklungsschäden verursachen: Diese reichen von Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwächen bis hin zu Krebs, Vergiftung und Tod.  

Das »Recht eines jeden Kindes auf dieser Welt in einer intakten Umwelt aufzuwachsen, ein gesundes Leben zu führen und positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln«hat bereits die National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland (Dachverband zur Durchsetzung der Kinderrechte) 1998 formuliert. terre des hommes ist Gründungsmitglied der National Coalition, die etwa 100 Organisationen in Deutscshland umfasst.

Jedes Kind hat das Recht auf eine intakte Umwelt - (c) Simon Bösterling
Jedes Kind hat das Recht auf eine intakte Umwelt

Beispiele für die Verletzung ökologischer Kinderrechte

Pestizide
Millionen Tonnen Pestizide werden in der Landwirtschaft eingesetzt, gelangen in Flüsse und verunreinigen das Trinkwasser.
Kinder sind besonders häufig von Pestizidvergiftungen betroffen; sie bekommen Hautinfektionen, Haarausfall oder akute Bauchschmerzen.
Offizielle Stellen ignorieren jedoch vielfach die Auswirkungen des Pestizideinsatzes. In Bolivien beispielsweise gibt es keine staatlichen Kontrollen der auf dem Markt befindlichen Pestizide. ...mehr

Bergbau
Bergbau ist sehr wasserintensiv. Das mit schädlichen Substanzen und Schwermetallen belastete Wasser gelangt ungefiltert in den Wasserkreislauf und verursacht besonders bei Kindern gesundheitliche Schäden.
Ein Beispiel dafür ist Quecksilber, das beim Schürfen von Gold eingesetzt wird, um es aus dem Gestein zu lösen. Es wird in Flüsse geleitet und vergiftet die Fische und das Trinkwasser. Verunreinigtes Wasser führt zu Durchfallerkrankungen, die für mangelernährte Kinder lebensgefährlich sein können. ...mehr

Klimawandel
Der Klimawandel ist Realität. Das ist spätestens seit der Veröffentlichung des UN-Klimasachstandsberichts von 2007 klar. Der Weltklimarat schätzt, dass auch in Folge des Klimawandels bis 2050 mehr als eine Milliarde Menschen unter Wassermangel leiden könnten. Betroffen sind vor allem Kinder. ...mehr

terre des hommes fordert deshalb die Politik auf, Kindern eine sozial und ökologisch nachhaltige Zukunft zu ermöglichen.

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Ihr Ansprechpartner

Jonas Schubert
Referat Kinderrechte
Telefon: 05 41 / 71 01-106
eMail: j.schubert@tdh.de

Zahlen

  • Prognosen zufolge wird durch den Klimawandel in den nächsten 40 Jahren die Zahl unterernährter Kinder in Afrika um zehn Millionen steigen.
  • Jährlich werden zwischen zwei und drei Millionen Pestizidvergiftungen registriert. Die Zahl der Toten wird auf 20.000 bis 40.000 geschätzt.
  • 99 Prozent der Menschen, die an Pestizidvergiftungen sterben, kommen aus Ländern des Südens, obwohl dort nur ein Viertel der weltweit produzierten Pestizide eingesetzt werden.
  • Jedes Jahr verlieren etwa 1,5 Millionen Kinder ihr Leben auf Grund von Magen- und Darmerkrankungen. In den meisten Fälle ist die Ursache dafür  verunreinigtes Trinkwasser.
  • Rund zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an Atemwegserkrankungen. Über die Hälfte davon sind umweltbedingt, zum Beispiel durch offenes Feuer und Rauch in Innenräumen.
  • Im Amazonasbecken werden durch Goldminen jedes Jahr mindestens 130 Tonnen Quecksilber in die Umwelt abgegeben. Der Mensch nimmt Quecksilber beispielsweise über den Verzehr von Fisch auf – in vielen Regionen ein Grundnahrungsmittel. Das führt zu akuten oder chronischen Vergiftungen führt, besonders im Nervensystem eines Fötus.