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Rohstoffreichtum macht arm

Rohstoffreichtum führt zu Armut, besonders für Kinder. Auf diese einfache Formel lassen sich die Auswirkungen des Rohstoffabbaus in Entwicklungsländern bringen. Nur im ersten Moment klingt das widersprüchlich, denn nur selten erfüllen sich die Versprechungen der Rohstoffbranche auf Wohlstand und Arbeitsplätze. Die Regel ist: die Gewinnen gehen an die Bergwerkbetreiber, in den Abbaugebieten vor Ort ist die Natur geschädigt oder zerstört; die Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage, Armut und Krankheit breiten sich aus. Denn der Abbau von Kupfer, Blei, Arsen, Nickel, Gold und anderen Stoffen führt in zahllosen Fällen zu Menschenrechtsverletzungen. Er geht einher mit dem Verlust von Land und guter Ernährung, mit Ausbeutung, bewaffneten Konflikten und mit der Verseuchung und Verwüstung ganzer Regionen. Studien der Weltbank zeigen, dass das Gefälle zwischen Arm und Reich in besonders rohstoffreichen Entwicklungsländern überdurchschnittlich hoch ist. Oft zahlen die Bergbauunternehmen keine Steuern. Wo der Staat jedoch keinen kostenlosen Unterricht bieten kann, gehen die Kinder - wenn überhaupt - nur wenige Jahre zur Schule. Dann sind sie gezwungen, ihre Familie mit zu ernähren. Die Rate der Kinderarbeit ist in Bergbaugebieten hoch. Ohne Ausbildung sind die Kinder später auf schlecht bezahlte Jobs angewiesen. Und wo es kein kostenloses oder günstiges Gesundheitssystem gibt, ist die Kindersterblichkeit hoch.

Bergwerkstadt Huanuni in Bolivien: armselige Hütten quetschen sich an den Berghang, alles ist geprägt vom Abbau von Rohstoffen.
Bergwerkstadt Huanuni in Bolivien: Umweltzerstörung und Wasserverschmutzung gehen mit Rohstoffabbau einher.

Umweltzerstörung macht Kinder krank
Kindern in Bergbauregionen werden durch großflächige Umweltzerstörung dauerhaft ihrer Lebenschancen beraubt. Beispiel aus Peru oder Sambia zeigen, dass ganze Landschaften durch den Abbau, aber auch den Abraum und seine giftigen Hinterlassenschaften zerstört werden. Zudem werden die Rohstoffe über chemische Prozesse aus dem Gestein gewonnen und die Abwässer ungereinigt in Flüsse und Seen geleitet. Wo Menschen verseuchtes Wasser trinken und giftige Luft einatmen, breiten sich Krankheiten aus. Der Bleigehalt im Blut vieler Kinder ist in Bergbaugebieten auffällig höher als in anderen Regionen des gleichen Landes. Die mentale und körperliche Entwicklung dieser Kinder ist irreversibel geschädigt. Bislang gibt es nur wenige Erkenntnisse über die besondere Situation von Kindern in Bergbauregionen. Hierzu hat terre des hommes 2011 eine Studie erstellt.

Die Studie "Glück auf? - Die Auswirkungen des Bergbaus auf Kinder" als PDF zum Download

Projektbeispiel Ramu und die Rattenminen / Indien

Projektbeispiel Ein Land im Ausverkauf / Peru

 

 

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Ihr Ansprechpartner

Jonas Schubert
Referat Kinderrechte
Telefon: 05 41 / 71 01-132
eMail: j.schubert@tdh.de

Zahlen

  • Schätzungsweise 10 bis 15 Millionen Menschen leben als Kleinschürfer vom Goldabbau. Davon sind etwa 30 Prozent Frauen und Kinder.
  • In der Diamantindustrie und Edelsteinverarbeitung ist ein ein Viertel der Arbeiter Kinder. Sie müssen oft 16 Stunden am Tag schuften, ohne Wochenende oder Urlaubsansprüchen. Hohe Staubbelastung und aggressive Chemikalien zwingen bereits 15-Jährige in den "Vorruhestand".
  • Um an Goldreserven zu kommen, werden jährlich rund 100.000 Menschen von ihrem Land vertrieben, zwischen 15 000 und 20 000 sterben an den Folgen des Goldabbaus.
  • In Kolumbien werden allein in der Provinz Boyacás 12.000 Kinder im Bergbau ausgebeutet.
  • Im Kongo arbeiten 19.000 bis 30.000 Kinder unter 15 Jahren in den Kobaltminen. Sie bauen das Erz ab oder waschen und sortieren es.
  • Madaoua ist eines der Hauptfördergebiete für Gips in Niger. 43 Prozent der Arbeiter sind Kinder, davon sind 6,5 Prozent im Alter von unter neun Jahren.